Künstliche Intelligenz soll die Koordinierung des Flugverkehrs weiter verbessern

Wie Remote-Tower-Konzepte weiterentwickelt werden, © DFS
Kameras eines „Remote Tower Control“-Systems. © DFS
Flugsicherungssysteme für mehrere Flughäfen von einem Standort aus zentral zu steuern, wird möglich durch so genannte `Remote Tower Center´. Die derzeit an Flughäfen üblichen Tower könnten in Zukunft von Kontrollzentren ersetzt werden, an die mehrere Flughäfen zur Fernüberwachung angeschlossen sind. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Frequentis haben Ende 2021 einen Remote-Tower-Center-Prototypen aufgebaut, von dem aus litauische und polnische Fluglotsen aus der Ferne insgesamt 15 simulierte Flughäfen überwacht haben. Der Testlauf zeigt: die breite Fernüberwachung von Flughäfen aus einem Kontrollzentrum funktioniert.

Der erste Remote Tower wurde im April 2015 in Schweden am Flughafen Örnsköldsvik installiert.  Damals startete und landete das allererste Flugzeug , das im Flugverkehr mit Hilfe dieser „Remote Technologie“ geleitet wurde. Sechs Jahre gab es eine Premiere der ersten digitalen Steuerung  am London City Airport,  einem größeren internationalen Airport.

Remote Tower vielerorts in Betrieb oder konkret in Planung

Mittlerweile sind Remote Tower in einer Vielzahl von Ländern, etwa in  Großbritannien, den Niederlanden, USA, Frankreich, Brasilien, Australien, Belgien oder Ungarn in Betrieb oder im Stadium der konkreten Planung, und zwar sowohl für regionale Airports mit wenig Verkehrsaufkommen als auch für größere internationale Flughäfen. Vor allem kleinere Flughäfen oder solche mit starken saisonalen Schwankungen im Flugaufkommen lassen sich über die digitale Steuerung aus der Ferne effizienter betreiben. Aber auch mittleren oder große Flughäfen können eine ausgewogene Arbeitsbelastung realisieren, wenn sie auf die Fernüberwachung durch ein Center zurückgreifen.

Infrarot und Videokameras im Remote-Tower-System der DFS., © DFS
Infrarot und Videokameras im Remote-Tower-System der DFS. © DFS

Das Konzept für Remote Tower basiert auf einer Reihe von Technologien. Hochauflösende Videokameras und Infrarot- und Schwenk-Neige-Zoom-Kameras liefern ein 360-Grad-Bild des Airports und helfen dabei, den Fluglotsen Informationen in Echtzeit zu liefern. Die Airports verbessern damit die Prozessabläufe, die den Flugverkehr steuern. Infrarot-Technologien unterstützen  die Arbeit der Lotsen, indem sie die Sicherheit im Flugverkehr erhöhen. Auch Blindspots, die man als Mensch im Tower sitzend nicht einsehen kann, können damit abgedeckt werden.

 

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