Aus für Laudamotion

Aus für Laudamotion/Foto: finance-yahoo.com

Einst von Niki Lauda gegründet ist, neben vielen anderen Airlines, auch  Laudamotion Opfer der Corona-Krise geworden. Doch auch sonst ist Flaute in Schwechat, am Flughafen in Wien. Mit dem Werbe-Spruch: „Viel Sand für wenig Schotter“ wirbt Laudamotion, zuletzt österreichische Tochtergesellschaft von Ryanair, immer noch auf großen Plakaten auf dem Weg zum Flughafen in Wien für günstige Flüge zu Feriendestinationen.

 Laudamotion erging es wie allen europäischen Fluggesellschaften in der Corona-Krise: Die Maschinen standen am Boden. An die Wiederaufnahme von Flügen war erst gegen den Sommer hin zu denken. Dazu wird es aber nicht mehr kommen. Ryanair, die irische Muttergesellschaft von Laudamotion, wird die Basis in Wien per 29. Mai aufgeben, wie am 22. Mai bekanntgegeben wurde. Rund 300 Laudamotion-Mitarbeiter in Wien verlieren ihren Arbeitsplatz.

Niki Lauda wollte aus dem Rest der insolventen Air Berlin-Tochter zimmern, die Austrian Airlines Kokurrenz machen sollte. Lauda verkaufte die Fluggesellschaft aber bald an Ryanair weiter. Diese wollte Laudamotion zur größten Airline am Flughafen in Wien ausbauen. Doch Corona setzte dem allen ein Ende, auch dem Konkurrenzgerangel von AUA, Wizz Air, Easy Jet, Vueling und Laudamotion.  Ausschlaggebend für die Schließung war letztlich ein Konflikt mit der lokalen Gewerkschaft Vida. Ryanair hatte Zugeständnisse bei den Löhnen des Flugpersonals von Laudamotion gefordert, um nach der Krise konkurrenzfähig zu sein.

Die österreichische Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft Vida, die als Hardlinerin gilt, nahm  den Verlust der Arbeitsplätze in Kauf. Ryanair dürfte allerdings auch weiterhin Flüge von und nach Wien anbieten – künftig einfach mit eigenen Maschinen statt über die österreichische Tochter.

Mit dem Aus für Laudamotion nimmt die Konkurrenz für Austrian Airlines am Flughafen Wien etwas ab. AUA bemüht sich immer noch um Staatshilfe – es wird erwartet, dass bald eine Einigung bekanntgegeben wird, zusammen mit einem Hilfspaket für die Mutter Lufthansa in Deutschland. Die AUA dürfte vom österreichischen Staat Hilfe in Höhe von 760 Millionen Euro erhalten. Der größte teil davon soll als Überbrückungskredite fließen. Aber Österreich könnte auch rund 260 Mio Euro an Eigenkapital in die angeschlagene AUA stecken.

Am Flughafen Wien herrscht derweil Flaute. Die Check-ins sind verwaist, fast alle Geschäfte geschlossen. Die Informationstafeln kündigen lediglich gut ein Dutzend Flüge pro Tag an. Auf einem Nebenfeld parken Dutzende von AUA-Maschinen. Normalerweise zählte man am Flughafen Wien täglich rund 115 000 Passagiere, jetzt sind es ein paar hundert. Die wenigen Ankommenden werden von der  mechanischen Frauenstimme, die sonst Abflüge und Ankünfte ankündigt, resolut aufgefordert: „Vermeiden Sie soziale Kontakte und gehen Sie auf direktem Weg nach Hause.“ Der leere Flughafen ist zu einem Sinnbild für die Corona-Krise geworden, wie die Masken und das Abstandhalten. Bis sich das grenzüberschreitende Reisen normalisiert, dürfte es noch eine geraume Zeit dauern.

Quellen: NZZ, APA, AUA

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