Sechs Thesen zur Airlines Wettbewerbspolitik

Ulrich Schulte-Strathaus, von 2002 bis Juni 2012 Generalsekretär der Association of European Airlines (AEA), hat im Rahmen seines neuen strategischen  Betätigungsfeldes, unter anderem auf dem Gebiet der Airlines-Wettbewerbspolitik, und Kenner europäischer und globaler Airlines folgende Thesen aufgestellt:

1.
Einige europäische Fluggesellschaften sind seit über 70 Jahren im Markt. Obgleich dies viel über ihre Fähigkeit aussagt, sich jedweder neuen Herausforderung erfolgreich zu stellen, stehen sie heute, ohne Eigenverschulden, vor gewachsenen Kosten etwa in Form von Pensionsverpflichtungen, die sie gegenüber jungen neuen Airlines wettbewerbsunfähig machen. Diese gewachsenen Kosten traditioneller Unternehmen (sog. „legacy costs“) sind symptomatisch für die Malaise Europas. Europa droht, gegenüber „wachstumshungrigen“ Staaten und Unternehmen aus dem Nahen und Fernen Osten wettbewerbsunfähig zu werden.

2.
Es macht strategisch keinen Sinn, ohne strukturelle Reformen und alleine mit flächendeckenden Kostensenkungen den Niedrigpreisanbietern entgegen zu treten. Traditionelle Kostensenkungs-programme verlangsamen den Sinkvorgang, können aber an sich nicht das Ziel sein. Erfolgreiche Neu-Anbieter werden entweder von massiven staatlichen Investitionen begünstigt, oder haben andere Marketinginstrumente effektiv eingesetzt, um Kostenvorteile mit Skaleneffekten zu verbinden.

3.
Eine Rückbesinnung auf die eigentlichen Kunden-Vorteile der etablierten Carrier drängt sich auf: Zuverlässigkeit und Service. Dies belegen eindrucksvoll Erfahrungen in Osteuropa, wo als Folge des Kostendrucks etliche Flugverbindungen aufgegeben worden sind und die volkswirtschaftliche Produktivität gesunken ist.

4.
Europa hat weder die politische Vision, noch den Mut, noch die Finanzen, um in ausreichendem Maß  in die Infrastruktur zu investieren.  In China, der Türkei und dem Nahen Osten werden hingegen Infrastrukturausbauvorhaben als Investition in die Zukunft betrachtet.

5.
Die Verkehrsträger sind derzeit unzureichend miteinander vernetzt.

6.
Die Tourismusbranche muss sich komplett neu aufstellen, um nachhaltig werden zu können. Derzeit erfolgt ein sinnloser Raubbau an der Natur. Umwelt- und Verkehrspolitiker müssen an einem Strang ziehen.

http://www.atkearney.de/content/veroeffentlichungen/pressemitteilungen_detail.php/id/51797/practice/transportation
http://www.nationmaster.com/encyclopedia/Legacy-carrier

SPEECHES of Ulrich Schulte-Strathaus

Speech APG World Connect

Speech European Air Law Association

Speech Green Aviation Mobility

more infos:

http://www.atcglobalhub.com/page.cfm/Action=Visitor/VisitorID=426

Berichte aus der Luftfahrtgeschichte

http://visionsblog.info/wp-content/uploads/2013/01/Deutscher-Luftverkehr-in-Südamerika.pdf

Aviation History – Seit 80 Jahren über den Nordatlantik

Aviation History – Auf südlichen Wegen nach Asien

Karl-Dieter Seifert

Karl-Dieter Seifert ist einer der renommiertesten deutschen Luftfahrtautoren. Er wurde 1931 geboren, absolvierte  ein Luftverkehrsstudium und war über lange Jahre journalistisch tätig. Aus seiner Feder stammen zahlreiche luftfahrtgeschichtliche Publikationen. Seifert wurde 2006 vom Luftfahrt-Presse-Club e. V. für sein Lebenswerk geehrt und lebt in Berlin und Chemnitz. (jwm)

 

Signalwirkung für die Branche?

Flufthafen München. Foto: Dr. Wener Hennies

Die Flughafen München GmbH (FMG) ist als erster deutscher Airport-Betreiber dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) beigetreten.

Foto: Flughafen München, Dr. Werner Hennies

Der DNK wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen, der seit dem Jahr 2001 die Bundesregierung berät. Ihm gehören 15 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Institutionen im Bereich des Naturschutzes an. Durch den Kodex werden Nachhaltigkeitsleistungen deutscher Unternehmen mit Hilfe einer Datenbank transparent und vergleichbar gemacht.

Bisher haben sich insgesamt 36 börsennotierte, unter anderem  Allianz, BMW, BASF, Puma, Siemens oder VW, und mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen dem Kodex verpflichtet und sich dazu bekannt, innerhalb ihrer unternehmerischen Verantwortung Nachhaltigkeitsziele zu berücksichtigen. Der Nachhaltigkeitskodex basiert im Wesentlichen auf den Kriterien der Global Reporting Initiative (GRI), https://www.globalreporting.org/languages/german/Pages/default.aspx, die die Leitlinien zur Berichterstattung über Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen vorgibt. Der Flughafen München hat mit seinen Nachhaltigkeitsberichten in den vergangenen Jahren mehrfach die höchste Wertungskategorie „Level A+“, die vom GRI vergeben wird, erreicht.

Für Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh ist der Beitritt eine logische Konsequenz der strategischen Ausrichtung als nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen. Dass sich jetzt auch ein Flughafen zu diesem Kodex bekenne, habe eine Signalwirkung für die gesamte Branche.

Wie werden wir in 20 Jahren fliegen?

Das Nurflüglermodell `AC 20. 30´ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg vielleicht das Modell für die Zukunft?

Das Nurflüglermodell `AC 20. 30´ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg vielleicht ein Modell für die Zukunft?

http://visionsblog.info/wp-content/uploads/2012/12/Forschung-und-Entwicklung-PDF-HAW1.pdf

Zehn Trends für die Zukunft

Der kürzlich erschienene `Trend-Report 2013´ des Kelkheimer  `Zukunftsinstituts´ von Matthias Horx liefert Einschätzungen zu zehn aktuellen Trends. So würden die Trends  `Lifestyle of Resilience´,  `Augmented Outdoor´, `Hacking  als neue Kulturtechnik´,  `Bactereality´, `Cyberflaneur´, `Peer-Education´, `Post-TV-Zeitalter´, `Urban Exploration´, `Beau Teen´ und  last not least `iBorg-Society´,  nach Ansicht des Instituts, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft in nächster Zeit prägen.

Der Trend `Lifestyle of Resilience´
`Resilience´ ist eines der vielen Schlagworte vergangener Monate. Nach Interpretation des Zukunftsinstituts bedeutet es  höhere Krisensicherheit durch Redundanz und selbstheilungsfähige Strukturen und sei eine Antwort auf Continue reading “Zehn Trends für die Zukunft” »

Die `Neue Germanwings´ – Lufthansa baut um

Germanwings will  künftig das hochwertigste Produkt im Low Cost-Markt in Europa anbieten. Zum 1. Juli 2013 will die „Neue Germanwings“ ein Marken- und Produktkonzept einführen, das  „Fliegen à la carte“ ermögliche.

Die `Neue Germanwings´ will sich als Qualitätsanbieter im Low Cost Segment neu positionieren und drei Tarife mit verschiedenen Leistungs- und Servicepaketen anbieten: Basic, Smart und Best. „Best“ soll als hochwertiges  Angebot die Bedürfnisse komfortorientierter Kunden abdecken und das beste Produkt werden, das es  für Low Cost-Flugverbindungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Russland, Frankreich und Großbritannien gebe. „Smart“ soll das Angebot mit ergänzbaren Zusatzleistungen werden und der neue Standard-Tarif, der dem eines klassischen Economy-Produkts entspreche. „Basic“sei das reine Low Cost Angebot. Wer Basic buche, verzichte auf Bordverpflegung, Freigepäck und könne im Flugzeug ab Reihe elf Platz nehmen.
Mit dem neuen Marken- und Produktkonzept ändert sich bei Germanwings auch das Logo. Kernelement wird ein stilisiertes „W“ in brombeer und gelb. Die derzeitige Germanwings-Flotte soll ab  Anfang 2013 im neuen Design lackiert werden, danach sollen die von Lufthansa an Germanwings übergehenden Flugzeuge umlackiert werden.
Die Neue Germanwings will ab 1. Juli 2013 starten. Ab diesem Zeitpunkt werden auch die Flugzeuge der Lufthansa Flotte, die für den künftigen Einsatz bei der „Neuen Germanwings“ vorgesehen sind, nach und nach umgerüstet und übertragen. Die Verlagerung der Strecken von Lufthansa zu Germanwings werden nach und nach in der Reihenfolge Berlin, Hamburg, Düsseldorf erfolgen. Das `Umklappen´ der Lufthansa- auf `Neue Germanwings-Strecken´ soll m Frühjahr 2014 abgeschlossen sein.
Die Neue Germanwings soll maßgeblich zum Turnaround in der Passage beitragen. Ziel sei es, bis 2015 eine Ergebnisverbesserung in Höhe von 200 Millionen Euro durch die
Weiterentwicklung der dezentralen Verkehre zu erreichen. Die Kostenvorteile würden sich  aus günstigeren Flughafenverträgen und Vertriebskosten ergeben. Die Erlössteigerungen resultierten aus einer höheren Produktivität, der Fokussierung auf den Punkt-zu-Punkt-Verkehr und die auf Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Tarife.
Mit zirka 90 Flugzeugen sollen bis zu 20 Millionen Passagiere  von und zu über 110 Zielen europaweit befördert werden. Die Neue Germanwings werde damit zur drittgrößten deutschen Fluggesellschaft.

Münchener Flughafen und Google Indoor Maps

Der Flughafen München gehört zu den ersten Partnern in Deutschland, die beim Kartendienst ´ Indoor Maps´ von Google vertreten sind. Google erweitert derzeit sein weltweit verbreitetes Angebot `Maps´ um eine ´Indoor´-Funktion in großen öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen, Einkaufszentren oder Museen. Wer ein Smartphone oder Tablet mit dem mobilen Betriebssystem Android besitzt, kann damit alle Ebenen dieser Gebäude ansteuern und sich vor Ort anhand von Daten dortiger Funknetze lokalisieren lassen. Seit 5. Dezember ist diese Funktion in Deutschland nutzbar.
Die Google Maps App für Android zeigt im Flughafen München die Grundriss-Karten der beiden Terminals sowie des München Airport Centers. Wie in den Stadtplänen sind zahlreiche Restaurants, Shops und andere Ziele markiert, zu denen auch Informationen abgerufen werden können. Mit Google Indoor Maps steht Fluggästen und Besuchern ein zusätzliches Medium zur Verfügung, um sich vor Reiseantritt oder bei Ankunft am Flughafen einen Überblick zu verschaffen.

Neue Wege in der Ausbildung von Luftfahrtexperten

Wie sollen Luftfahrtexperten zukunftsorientiert ausgebildet werden? Diese Frage stellt sich seit einigen Jahren das Forschungsnetzwerk für Verkehrspiloten-ausbildung, kurz FHP,   angeschlossen an das Institut für Nachrichtentechnik der TU Darmstadt, unter Leitung von Professor Gerhard Faber. 

Zu den Luftfahrtexperten des technischen operativen Bereichs gehören , so Prof. Faber, neben Verkehrspiloten auch Fluglotsen, Wartungsingenieure, Flugsicherungsingenieure, demnächst auch Remotely  Piloted  Aircraft Operators, kurz RPA, Piloten für fernge-steuerte Flugzeuge.
Schon seit langem gäbe es in unregelmäßigen Abständen Impulse für die Weiterent-wicklung der Ausbildungslehrgänge von Aviatik-Berufen wie zum Beispiel die Weiter-entwicklungsinitiative für Ausbildungslehrgänge von Verkehrspiloten in den 90er Jahren, die unter anderem zum Internationalen Studiengang Luftfahrt-System-Technik und Management (ILST) der Hochschule Bremen führten.
Weitere Initiativen seien 2005 die Multi Crew Pilot License (MPL) der ICAO gewesen, eine neue Team-Lizenz für Flugzeug-Cockpits mit mehreren Piloten, mit dem Ziel, die Teamarbeit im Cockpit zu verbessern und die ICAO-Initiative `Next Generation Aviation Professionals`.
Mit dem Diplom-Studiengang  und mit den Bachelor- und Masterstudiengängen als Option zur konventionellen ATPL-Ausbildung konnte sich mit den ILST-Studiengängen an der Hochschule Bremen in 15 Jahren ein alternatives Ausbildungskonzept etablieren, das nicht mehr wegzudenken sei.

Wenn man über neue Ausbildungswege diskutiere, sollte man die Erfolge der traditionellen Ausbildungskonzepte nicht vergessen, warnt Faber, denn die hohe Sicherheit im Luftverkehr verdanke man nicht zuletzt bewährten, hochwertigen konventionellen Ausbildungskonzepten. Das Forschungsnetzwerk FHP favorisiere einen evolutionären Ansatz, neue kreative Konzepte zu erproben, rät aber auch, Bewährtes beizuhalten, solange der Beweis eines besseren Konzepts nicht erbracht werden könne.

Einmal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Netzwerkes zu einem Symposium. Themen in diesem Jahr waren die Einflüsse neuer Technologien und neuer Automatisierungstechnik auf Auswahl , Ausbildung und Prüfung, die Fähigkeitsanforderungen des zukünftigen Luftfahrpersonals, neue systemische Ausbildungskonzepte, die Forschungsergebnisse der Hirnforschung zum Lernen und deren Konsequenzen für die Ausbildung, der Stellenwert synthetischer Trainingsgeräte in der Ausbildung, Kompetenzmessung versus Stundenzählen, die Bedeutung von Threat- und Errormanagement, die Integration von Ergebnissen von Incident- und Accident –Analysen in die Ausbildung,  alles, was zu hoher Handlungskompetenz führt, welcher Stellenwert explizitem (dokumentiertem Buchwissen) und implizitem (Erfahrungswissen) in der Ausbildung zuzuordnen ist, die Organisationsformen der Ausbildung (ATO, Akademien, Hochschulen etc.) , die Sprachkompetenzen und die Erfolge traditioneller Ausbildungskonzepte.

Die Broschüre „ Zukünftige Ausbildung der Manager von Mensch-Maschine-Systemen“  kann bei Professor  Gerhard Faber –  gerhard.faber@nt.tu-darmstadt.de  – angefordert werden. Die Broschüre wird nicht verkauft, eine Spende ist willkommen.

http://www.fhp.tu-darmstadt.de/nt/index.php?id=162&L=0

Fluggesellschaften knüpfen neue Allianzen

Die Luftfahrt-Branche sortiert sich neu.  Eine ganze Reihe von Fluggesellschaften arbeiten derzeit daran, Bündnisse zu schmieden oder sich direkt an Konkurrenten zu beteiligen. Das  könnte für die Passagiere bedeuten, dass Umsteigen auf bestimmten Strecken bequemer wird.
Singapore Airlines will seinen 49-Prozent-Anteil an der britischen Virgin Atlantik abstoßen. Als Interessenten gelten die amerikanische Delta Air Lines sowie ihr
niederländisch-französischer Partner Air France-KLM. Der Ausgang der Gespräche sei allerdings offen, erklärte Singapore Airlines am 3. Dezember.
Die Zusammenarbeit zwischen der australischen Qantas und Emirates scheint dagegen in trockenen Tüchern. „Wir sind in letzten Verhandlungen“ , sagte Emirates-Manager Thierry Antinori dem `Handelsblatt´. Laut Handelsblatt sind 33 Gemeinschaftsflüge pro Tag geplant. Drehkreuze sollen Dubai und London Heathrow werden.
Die Lufthansa und die aufstrebende teilstaatliche Turkish Airlines verhandeln nach Informationen der `Financial Times Deutschland´  über eine Ausweitung ihrer Partnerschaft bis hin zu einer gegenseitigen Kapitalbeteiligung.  Turkish-Airlines-Chef Temil Kotil sagte der Zeitung, dass im ersten Quartal 2013 eine Entscheidung fallen werde.  Lufthansa-Chef Christoph Franz sprach von `ungelegten Eiern´.

Quelle dpa