
Konkret gehe es zunächst um rund 20 Flugzeuge, die vorübergehend stillgelegt werden könnten. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, hält der Konzern sogar bis zu 40 Maschinen für möglich. Betroffen wären vor allem ältere Jets, die ohnehin kurz vor der Ausmusterung stehen. Insgesamt entspräche das einer Reduktion der Kapazität um etwa 2,5 Prozent, hieß es in einer kurzfristig einberufenen Mitarbeiterveranstaltung.
Treiber dieser Überlegungen sei vor allem der massive Anstieg der Treibstoffpreise, erklärte Lufthansa gegenüber ihren Mitarbeitenden. Zwar habe die Gruppe den Großteil ihres Kerosinbedarfs abgesichert. Doch der nicht geschützte Anteil schlage immer noch mit rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlichen Kosten zu Buche. Gleichzeitig stiegen die operativen Aufwände, weil Flugzeuge Umwege fliegen müssen und länger unterwegs sind.
Kurzfristig profitiere Lufthansa sogar von der Situation. Weil wichtige Drehkreuze am Golf nur eingeschränkt funktionierten, weichen Fluggäste vermehrt auf Direktverbindungen aus Europa aus. Der Konzern habe reagiert und zusätzliche Flüge ins Programm genommen.
Doch dieser Effekt dürfte nicht anhalten, denn die steigenden Kosten werden an die Kundinnen und Kunden weitergegeben und das könnte die Nachfrage verringern. Die Branche stellt sich bereits darauf ein, dass weniger Menschen reisen werden. Eine neue Realität im Luftfahrtmarkt zeichnet sich ab: weniger Kapazität, höhere Preise und deutlich schwierig schwieriger planbares Umfeld.(jwm)
Quellen: Lufthansa, Handelsblatt