Bildung spielt zentrale Rolle, um digitale Zukunft zu meistern

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Zukünftig besonders gefragt: Absolventen der MINT-Fächer. MINT ist das Kürzel für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik/Bild: vdi

Globalisierung, technischer Fortschritt und Digitalisierung verunsichern viele Menschen. Befeuert werden diese Ängste zudem von Pessimisten, die düstere Zukunftsszenarien für eine Arbeitswelt zeichnen, in der die Roboter und die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle spielen. Lebenslanges Lernen und Bildung werden aber sicher von zentraler Bedeutung sein, um die Zukunft zu meistern. 

Zu den Zukunfts-Pessimisten mit düsteren Zukunftsszenarien zählen zwei Wissen-schaftler aus Oxford: Carl Benedikt Frey und Michael Osborne. Sie kommen in einer Studie zum Schluss, dass knapp die Hälfte der 702 Berufe, die sie untersucht hatten, in den kommenden zwanzig Jahren durch den technologischen Fortschritt verdrängt werden könnte. Auch andere Institutionen sind skeptisch. Die Organisa- tion für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, etwa kommt in einer kürzlich publizierten Untersuchung zum Ergebnis, dass knapp jeder zehnte Job durch die Automatisierung gefährdet ist. „Das klingt beunruhigend, doch um herauszufinden, ob in der Arbeitswelt der Zukunft noch Platz für den Menschen sein wird, darf man den demografischen Wandel nicht außen vor lassen“ schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntags-zeitung (F.A.S.) am 10. Juli.  Niedrige Geburtenraten ließen die Zahl der Arbeits-kräfte in den Industrieländern sinken. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesell-schaft PWC und des Darmstädter Wirtschaftsforschunginstituts Wifor, die der F.A.S. vorliegt, untersucht die Auswirkungen des demografischen Wandels in Deutschland auf Qualifikationen, Berufsgruppen und Branchen bis zum Jahr 2030. Darin wird eine Entlastung der Fachkräftesituation durch die Digitalisierung gesehen. Allerdings, so Sandra Hoffmann, Forschungsleitterin Arbeitsmarkt bei Wifor, zeige die Studie auch, dass in manchen Bereichen neue, zusätzliche Nachfrage nach Arbeitskräften entstehen kann. Laut Studie werden dem Arbeitsmarkt 2030 rund 3,5 Millionen Menschen weniger zur Verfügung stehen, als heute. Der digitale Wandel und damit verbundenen Produktivitätssteigerungen reichten nicht aus, um die Lücke zwischen Arbeitskräftenachfrage und -angebot zu schließen. 

Überschuss an Arbeitskräften allein in der Transport- und Logistikbranche

Einen Überschuss an Arbeitskräften werde es der Studie zufolge allein in der Trans- port- und Logistikbranche geben. Hier würden Roboter viele einfache Tätigkeiten von Menschen übernehmen und  – weil sie effizienter und günstiger sind – deren Jobs vernichten. Vor allem Hilfsarbeiter, Fahrzeugführer und Menschen, die mobile Anlagen bedienen, dürften davon betroffen sein. Schon 2020 werde sich der aktuelle Engpass an Hilfskräften in einen Überschuss verwandelt haben. In allen anderen Branchen werde es nach Ansicht der Wissenschaftler trotz Digitalisierung zu perso- nellen Engpässen kommen, vor allem in Technologie, Medien und Telekommunika- tion. Verschärft würde der Engpass durch einen zunehmend branchenübergreifend geführten Kampf: die Nachfrage nach akademischen Fachkräften mit einer Ausbil- dung in der Informations- und Kommunikationstechnologie werde 2030 doppelt so hoch sein wie noch 2008. Denn wegen der Digitalisierung ist ihr Wissen künftig zum Beispiel auch in der industriellen Produktion gefragt.

Besonders gefragt seien laut PWC-Personalvorstand Petra Raspels in Zukunft Akademiker, Spezialisten der Informations- und Kommunikationstechnologie und Absolventen der MINT-Fächer. MINT ist das Kürzel für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Insgesamt würden in Zukunft vor allem Berufe profitieren, die eine höhere Qualifikation erfordern. Durch den Wegfall von Jobs, für die keine besondere Ausbildung nötig sei, werde es immer wichtiger, sich weiterzu-bilden. Die Digitalisierung sorge dafür, dass lebenslanges Lernen notwendig wird.

In einem Punkt sind sich Optimisten und Pessimisten einig: Bildung wird zukünftig eine zentrale Rolle spielen, um die digitale Zukunft zu meistern.

 

 

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