Air France/KLM – Eine Vision wurde zum Erfolg

AF KLMKLM und Air France, zwei Fluggesellschaften mit unterschiedlichen Manage-ment-Kulturen, bilden seit 2004 eine der drei großen Airline-Gruppen in Europa. Fakten belegten, dass die Vision von Jean-Cyril Spinetta und Leo van Wijk zur Konsolidierung in Europa richtig waren. Sie haben die beiden Airlines zusammengeführt – trotz der kulturellen Unterschiede.

Seit zwölf Jahren arbeiten KLM und Air France zusammen. Die Integration sei, so KLM-Chef Pieter Eibers kürzlich in einem fvw-magazin-Interview, in verschiedenen Unternehmensteilen unterschiedlich weit fortgeschritten, in wichtigen und großen Bereichen weiter als in kleineren. Es gebe vor Ort weltweit nur ein Team für den Vertrieb und man habe eine gemeinsame IT-Organisation. Im Erlösmanagement würden die Teams in Paris und Amsterdam eng zusammenarbeiten.

Was sich erheblich unterscheidet, sind ihre Markenauftritte. Darauf lege man allerdings viel wert. Air France assoziiere man mit Frankreich. Passagiere erwarteten auf Langstrecke französische Esskultur. Bei KLM wiederum

erwartet man die niederländische Kultur, die pragmatische Art, Aufgaben anzupacken, den gelassenen Umgang miteinander. Die Passagiere wählten danach aus, was sie mögen. Auch so ergänzten sich die beiden Fluggesellschaften.

Wirtschaftlich stehen die beiden Airlines unterschiedlich da. 2004, vor dem Zusammenschluss, setzte KLM sechs Milliarden Euro jährlich um. Heute seien es zehn Milliarden Euro. Und man habe 20 neue Destinationen aufgenommen, also das Streckennetz erweitert, und die Passagierzahlen seien deutlich angestiegen. KLM profitiere von Synergien wie gemeinsamen IT-Systemen, man habe enge Partner gewonnen mit Delta und chinesischen Airlines, was KLM allein kaum gelungen wäre. Diese Fakten belegten, dass die Vision von Jean-Cyril Spinetta und Leo van Wijk zur Konsolidierung in Europa richtig waren. Sie haben die beiden Airlines zusammengeführt – trotz der kulturellen Unterschiede. Sie stehen in einem starken Wettbewerb.

Sich ergänzen und von zwei großen Hubs aus arbeiten

Eine der Stärken der französisch-niederländische Airline-Gruppe liege darin, dass man von zwei so großen Hubs aus arbeite, und in der Art, wie man sich einander ergänze. Darin sieht der KLM-Chef einen großen Vorteil im Vergleich zu europäi- schen Wettbewerbern wie der Lufthansa-Gruppe und den IAG-Airlines. Man bediene gemeinsam mit den Partnern von Amsterdam aus mehr als 200 Destinationen, 150 davon fliege KLM an. Außerdem könne man sich gegenseitig helfen. 

Warum in  Europa der Luftverkehr derzeit immer wieder von Streiks verschiedener Berufsgruppen beeinträchtigt sei, beantwortet der CEO folgendermaßen: Viele Fluggesellschaften hätten eine Geschichte und kämen aus einer Zeit, als relativ viele Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert waren. Mit dieser Tatsache müsse man umgehen und sich dennoch den heutigen Anforderungen anpassen. Das zu managen sei schwierig, denn jedes Umfeld sei anders, und jedes Land habe eigene gesetzliche Vorschriften für Tarifkonflikte.

Vor zwei Jahren gab es einen harten Arbeitskampf wegen der Expansion von Transavia als Billigflugplattform. Wie unabhängig von den beiden großen Konzern-fluggesellschaften aber darf sich Transavia entwickeln? Transavia, so Eibers, habe weitgehende Freiheiten, eigene Tarifverträge, eine eigene kommerzielle Organi-sation. Transavia entscheide selbst, welche Strecken sie fliegt und welche Preise sie setzt. Dafür, dass Transavia Netherlands zur KLM-Gruppe gehört, habe sie sehr weitgehende Freiheiten, im Wettbewerb zu agieren. In Amsterdam, wo Easyjet recht stark vertreten ist, soll sie ein Gegengewicht darstellen. In Eindhoven tritt sie gegen Ryanair an.

Quelle: fvw-magazin

 

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