Lufthansa Flugbegleiter: geplanter Streik für 1. Juli abgesagt

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Lufthansa Flugbegleiter. Foto: Lufthansa

Die Lufthansa-Flugbegleiter haben den für 1. Juli geplanten Streik abgesagt. Das kündigte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am 30. Juni in Frank- furt an. Darüber hinaus werde es zunächst bis Mitte Juli keine Ausstände geben. Die Streikgefahr ist damit aber nicht gebannt.
Trotz des Durchbruchs im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und den Flugbegleitern um die Altersversorgung ist die Gefahr eines Streiks in der Ferienzeit nicht gebannt. Die bei- den Parteien haben sich auf neue Verhandlungen geeinigt. Besonders kritische Themen wie die Expansion der Lufthansa ins Billigsegment sollen aber separat besprochen werden, teilte Ufo-Chef Nicoley Baublies, am 30. Juni mit. Erst danach werde Ufo entscheiden, ob es eine Basis für einen dauerhaften Tarifvertrag mit Friedenspflicht gibt, womit Streiks ausgeschlossen wären. Die Entscheidung dürfte bis Mitte Juli fallen. Klar ist, dass es bis dahin keine Ausstände geben wird.
Grund für die Wende in dem seit einem Jahr dauernden Tarifstreit war Entgegenkommen auf beiden Seiten. „Wir haben der Ufo erneut ein deutlich verbessertes Angebot zur Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung vorgelegt, um wieder in den Gesprächsmodus zu kommen“, sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens.
Wichtig aus Sicht von Ufo war, dass sich Konzernchef Carsten Spohr wie lange gefordert in die Verhandlungen einschaltete. Bei Lufthansa arbeiten etwa 19 000 Flugbegleiter. Beim nun erzielten Kompromiss betonten sowohl das Kabinenpersonal als auch die Lufthansa die ihnen wichtigen Punkte. Bei der Frage etwa, ob die von der Airline 2013 gekündigten Tarifverträge über die Altersversorgung der Flugbegleiter noch weiter gelten, einigten sich die beiden Parteien auf einen ,Waffenstillstand´. Die Lufthansa wolle den Punkt nicht mehr anfechten, obwohl der Konzern überzeugt ist, im Recht zu sein. Die Lufthansa verbucht es als Erfolg, dass Flugbegleiter künftig stärker in die Finanzierung der Frührente einge-bunden werden sollen.
Dem Unternehmen zufolge ist das bisherige System wegen der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten und längeren Rentenzeiten nicht mehr bezahlbar. Die Airline gab voriges Jahr rund 3,7 Milliarden Euro aus, um die Renten der Kabinenmitarbeiter zu finanzieren. Neben der Altersversorgung pocht Ufo auf acht Prozent mehr Lohn für zwei Jahre. Die Lufthansa bietet ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent über zweieinhalb Jahre. Ufo lieferte der Lufthansa zuletzt vor drei Jahren einen Arbeitskampf.
Die Lufthansa-Aktie hat sich angesichts der Streikabsage der Flugbegleiter gut behauptet. Mit einem Plus von bis zu 0,5 Prozent auf 11,67 Euro zählen die Titel zeitweise zu den wenigen Gewinnern im Dax.

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