Die ,Landshut´ – Ein Stück deutscher Geschichte kehrt nach Deutschland zurück

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13. Oktober 1977 – 13:55 Uhr:  die Lufthansa-Boeing 737, getauft auf den Namen  ,Landshut´ startet in Palma di Mallorca in Richtung Frankfurt mit 86 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern. Über Elba dringen vier Terroristen ins Cockpit ein und erzwingen Kursänderung. Im südjemenitischen Aden erschießen sie Flugkapitän Jürgen Schumann. Fünf Tage später, nach vielen Stunden voller Angst und Dramatik stürmt die Spezialeinheit GSG 9 am 18. Oktober 1977 die Maschine und befreit die 90 Geiseln. Drei  Entführer werden getötet. Die „Landshut“ wird zu einem Symbol des Kampfes gegen den Terrorismus.

Doch Jahre später lässt man die wohl berühmteste Maschine der Lufthansa auf einem Flugzeug-Friedhof im brasilianischen Fortaleza verrotten. Nun kommt die Boeing 737 zurück nach Deutschland – in Einzelteilen im Bauch einer ukrainischen Antonow 124. Am 23. September 2017 kehrt die ,Landshut´ nach Deutschland zurück. Um 9.00 Uhr soll das größte Frachtflugzeug der Welt auf dem Bodensee-Airport in Friedrichshafen landen. Bis zu 5000 Schaulustige können das Spektakel von der Terrasse des nahegelegenen Dornier Museums aus beobachten, sagt dessen Pressebeauftragter Joachim Umbach. „Wir feiern das mit einem Tag der offenen Tür und unter dem Motto „Landshut – Willkommen zu Hause“.“ Auf Bildschirmen im Museum soll das Ausladen der „Landshut“-Tragflächen und -Turbinen aus der Antonow 124 übertragen werden. Weitere Teile bringt eine Transportmaschine, die gegen Mittag erwartet wird.

Bewegende Momente könnte es geben, wenn damals Beteiligte auf der Bühne des Museums vom dramatischen Geschehen in den fünf Tagen der Angst berichten. Unter ihnen ist der damalige Co-Pilot Jürgen Vietor. Er musste die „Landshut“ nach Somalia mitfliegen, nachdem der Kapitän im Jemen erschossen worden war. Schon sechs Wochen nach der Befreiung verrichtete Vietor wieder Dienst im Cockpit der „Landshut“.

Erwartet wird auch Gabriele von Lutzau. Die damals 23 Jahre alte Stewardess hatte verzweifelte Passagiere getröstet, Anweisungen der Terroristen übersetzt – und in einem dramatischen Appell die Bundesregierung über Funk zur Rettung der Geiseln aufgefordert.

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Zum 30. Jahrestag – im Oktober 2007 – hatte ich die Gelegenheit, beide Crewmitglieder zu interviewen. Sie schilderten mir die Ergeignisse, so als hätten sie sie eben erlebt. Ein nicht alltägliches Interview, das mich lange bewegte.

Mogadischu Interview Crew

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…und dann habe ich noch den ehemaligen GSG9-Chef Ulrich Wegener in Nordrhein-Westfalen besucht, der mir alles aus seiner Sicht schilderte. Auch das bleibt für mich ein unvergessliches Gespräch.

 

 

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Mogadischu Interview GSG9

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Wegener

 

 

 

Künftig soll rings um die originalgetreu wiederhergestellte „Landshut“ eine Schau im Dornier Museum den deutschen Terror-Herbst mit dem Kampf gegen die linksextremistische Rote Armee Faktion (RAF) veranschaulichen. Ziel der Flugzeugentführung durch verbündete Palästinenser war die Freilassung in Stuttgart-Stammheim inhaftierter RAF-Terroristen.

Bis zur Eröffnung dürften aber noch Jahre vergehen. „Zunächst muss ein museales Konzept erarbeitet werden“, sagt der Pressesprecher des Museums. Dafür werde ein wissenschaftlicher Beirat berufen, dessen Erkenntnisse in die Restaurierung und die Ausstellung einfließen.Die komplett renovierte „Landshut“ werde kaum vor Herbst 2019 zu besichtigen sein.

Dass die Maschine  40 Jahre nach ihrer Befreiung – ausgerechnet am Samstag vor der Bundestagswahl heimkehrt, liegt maßgeblich am Einsatz von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD). Nachdem die Boeing 737 von Lufthansa verkauft wurde und von 1985 an bis zu einem schweren Defekt 2008 für Airlines in den USA, Malaysia, Indonesien und Südamerika im Einsatz war, drohte ihr die Verschrottung. Das Auswärtige Amt kaufte sie für rund 20.000 Euro. Das ist ein Bruchteil der Gesamtkosten für Abbau, Transport, Renovierung und Präsentation. Die wurden auf zehn Millionen Euro veranschlagt. Bezahlt werde das aus Töpfen des Auswärtigen Amtes und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Für die laufenden Kosten von bis 200.000 Euro im Jahr will die Familie Dornier aufkommen, die bereits Verluste im Betrieb des Flugtechnik-Museums von rund einer Million Euro pro Jahr ausgleiche.

Die Freude über die Ankunft der „Landshut“ teilt nicht jeder. Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand stellte schon einmal klar, dass die Stadt sich nicht finanziell beteiligen wolle. „Die Landshut ist ein Projekt des Dornier Museums, des Auswärtigen Amtes, der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien sowie der Bild-Zeitung“, sagt Brand. Alle Kosten von der Restaurierung über die Konzeption bis zum Ausstellungsbetrieb müssten daher diese Projektpartner finanzieren. Es sei eine nationale Aufgabe, keine kommunale.

Quellen: dpa, FligthcrewInfo

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