Bildung in Zeiten des Internets

Bildung-internet-konzeptWer sich heute bilden will, brauche keinen Lehrer mehr `aus Fleisch und Blut´, meinen  die Trendforscher des Zukunftsinstituts von Matthias Horx. Bildung und Weiter-bildung würden in Zeiten von Internet und Free Tutorials völlig neu definiert.

Junge Menschen strebten nicht mehr vorrangig nach Geld und Statussymbolen, sondern nach individueller Freiheit und persönlichem Glück. Ein individueller Lebensstil sei wichtiger als Karriere. Nicht zuletzt das Internet ermögliche es, dass sich dieser Wunsch zunehmend auch verwirklichen lasse. Trends wie E-Learning, Open-Education oder situatives Wissens-management erleichterten es permanent und von sich aus neue Fähigkeiten zu erlernen und beseitigten frühere Grenzen beruflicher Selbstverwirklichung.
Das aktuelle „Trend Update“ des Zukunftsinstituts befasst sich mit den Möglichkeiten und Folgen, die dieser Wunsch nach persönlicher Verwirklichung für Menschen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen mit sich bringt.

Die wichtigste Ressource, mit der sich das Autorenteam befasst, ist die Aneignung von Problemlösungskompetenz. Mit Hilfe verschiedenster Internet-Dienste ist es heute möglich, sich einer Vielzahl beruflicher und privater Herausforderungen auch ohne vorherige institutionelle Ausbildung oder Inanspruchnahme externer Hilfe zu stellen. Das notwendige Know-how könnten sich Betroffene im Internet beschaffen, selbstmotiviert und ohne formale Erlaubnis. Da durch solche informellen Bildungsmaßnahmen berufliche Werdegänge nicht mehr zwangsweise an den vorherigen Bildungsweg gekoppelt seien, könnten individuelle Lernentwürfe deutlich leichter realisiert werden.

Open Education eröffnet neue Chancen
Es seien bei weitem nicht nur junge Individualisten, die von den Vorzügen der digitalen Revolution profitierten. Ein zentrales Stichwort laute , Open Education – der freie Zugang zu Lehrinhalten´.  Im Zuge des technischen Fortschritts müssten althergebrachte Lehrmethoden überdacht und neue Kulturtechniken in die Ausbildung integriert werden. Das Konzept des ,Flipped Classrooms´ breche daher mit der alten Lehrmethode des Frontalvortrags im Klassenzimmer und ermögliche es Schülern, die Vorträge ihrer Lehrer per Online-Video zu Hause anzusehen. Auf diese Weise seien die Schüler in der Lage, die Geschwindigkeit des Unterrichts ihrem eigenen Lerntempo anzupassen und schwierige Passagen gegebenenfalls einfach zu wiederholen.
Des Weiteren besäßen neue internetbasierte Bildungsangebote das Potenzial, benachteiligten Gesellschaftsschichten einen leichteren Zugang zu Wissen zu verschaffen und trügen somit auch zu mehr Bildungsgerechtigkeit bei. Mit Hilfe von Online-Videos sei es möglich, Universitätsvorlesungen nicht nur einem kleinen Kreis von Studenten, sondern für jedermann zugänglich im Internet anzubieten.
Zukünftig reiche ein Internetzugang, um an universitäres Wissen zu gelangen und notwendige Prüfungen abzulegen. So entstehe die Vision der ‘ganzen Welt’ in einem einzigen virtuellen Klassenzimmer. (jwm)

Foto: iStock

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