Koala-Weibchen ALINGA fliegt mit Lufthansa nach Schottland

Am heutigen Valentinstag begrüßte Lufthansa einen ganz besonderen Gast an Bord: Ein knapp zweijähriges Koala-Weibchen namens ALINGA checkte heute morgen in Düsseldorf in Begleitung seiner Tierpfleger für Flug LH 077 nach Frankfurt ein. Dort angekommen, stand für ALINGA und ihre Begleiter ein persönlicher Shuttle-Service bereit, um die Gruppe schnell und ohne Umwege an die Lufthansa-Maschine zur Weiterreise nach Edinburgh zu bringen. Das Besondere dabei: Weil Koalas während einer solchen Reise die gesamte Zeit unter Aufsicht stehen müssen, reiste ALINGA in der Kabine als „normaler“ Passagier. Hierfür wurde der Koala in einer speziellen Box in der letzten Sitzreihe der Lufthansa-Maschinen transportiert – inklusive einem dicken Bündel von Eukalypthus-Blättern als Wegzehrung für den Koala. ALINGA wurde am 4. Mai 2011 im Duisburger Zoo geboren und flog im Rahmen eines vom Duisburger Zoo europaweit koordinierten Zuchtprogramms in den Zoo nach Edinburgh. In Schottland konnten sich die Koala-Männchen GOONAROO und YABBRA passend zum Valentinstag über ihre neue Zuchtpartnerin freuen. Der Name ALINGA bedeutet in der Sprache der australischen Ureinwohner `Sonne´. Lufthansa sponserte den Transport des Koala-Weibchens von Düsseldorf nach Edinburgh und unterstützte die Zoos Duisburg und Edinburgh bei der Reiseorganisation des ungewöhnlichen Fluggastes. Dabei reiste ALINGA nicht nur am Valentinstag, sondern auch in einem ganz besonderen Jahr. 2013 feiert der Zoo Edinburgh sein 100jähriges Bestehen und Lufthansa wiederum das 50jährige Jubilläum ihrer Städtepartnerschaft mit der Stadt Duisburg.

Der Zoo Edinburgh und der Zoo Duisburg sind in ihren Ländern die einzigen Zoologischen Gärten, die Koalas der Öffentlichkeit präsentieren. Im Duisburger Zoo konnten seit Beginn der Koala-Haltung 1994 über 20 Jungtiere aufgezogen und auch an Partnerzoos vermittelt werden. Neue Halter wie vor Jahren der Zoo Edinburgh starten grundsätzlich mit einer Männergruppe, um wichtige Erfahrungen zu sammeln. In den vergangenen 100 Jahren ist der Bestand der Koalas in Australien von ehemals mehreren Millionen auf nur noch maximal 250 000 Tiere geschrumpft. Riesige Flächen intakten Eukalyptuswaldes wurden abgeholzt, um Flächen für Siedlungen, Industrie, Straßen oder Landwirtschaft zu schaffen. Den Koalas bleiben kaum noch geeignete Reviere verbleiben. In manchen Regionen sind sie bereits ausgerottet. Die Erhaltungszucht in Menschenobhut nimmt deshalb eine wichtige Rolle im praktizierten Natur- und Artenschutz ein.

Quelle: Lufthansa, Foto: Lufthansa

Lotsen-Gewerkschaft vor Millionenprozess

Vor dem Arbeitsgericht Frankfurt wird ab 15. Februar eine millionenschwere Klage verhandelt. Die Fehde zwischen der Luftfahrtindustrie und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) steuert auf einen neuen Höhepunkt zu.

Lufthansa, Air Berlin und Fraport fordern  9,5 Millionen Euro Schadenersatz, weil die GdF beim mehrwöchigen Vorfeldstreik vor genau einem Jahr rund 1 700 Flüge hatte ausfallen lassen. Nach einem gescheiterten Gütetermin im September muss das Arbeitsgericht Frankfurt  am Freitag, den15. Februar, erneut  entscheiden, ob eine Gewerkschaft für Folgen eines mit Tarifvertrag abgeschlossenen Arbeitskampfes haftbar gemacht werden kann. Gefährlich für die GdF könnte der Umstand werden, dass der Arbeitskampf der Fraport- Vorfeldleute im vergangenen Jahr aus formalen Gründen von den hessischen Arbeitsgerichten nach neun Streiktagen als illegal eingestuft wurde. Ein geplanter Unterstützungsstreik der Towerlotsen, der den gesamten Flugverkehr am wichtigsten deutschen Luftdrehkreuz wurde ebenfalls untersagt.
Mit Fraport ist das Unternehmen mit als Kläger an Bord, das tatsächlich bestreikt wurde. Allein die Forderungen des Flughafenbetreibers gegen die GdF belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. In den bisherigen Fällen hatten die Richter die Fluggesellschaften stets als unbeteiligte Dritte eingeschätzt, die Folgen eines Arbeitskampfes anderswo eben hinzunehmen hätten.

Ausgestiegen aus der Klage ist die Deutsche Flugsicherung GmbH, die rund 500 000 Euro von ihrer Hausgewerkschaft gefordert hatte. Doch im Unternehmen ist die Machtposition der GdF weiterhin sehr stark. Sie kann Spitzenmanager bis zum Rücktritt unter Druck setzen.
Anders sieht es bei Fraport aus. Zwar hatten die rund 200 Leute vom Vorfeld im Frühjahr 2012 tatsächlich eigene Tarifverträge und mehrheitlich auch hohe Entgeltsteigerungen erstritten. Das Management hatte bereits den Streik erfolgreich mit dem Einsatz von angelernten Ersatzkräften gekontert und denkt  darüber nach, die Vorfeld-Dienstleistungen nach außen zu vergeben.
Der Frankfurter Vorfeldstreik vom Februar 2012 war einer der heftigsten Arbeitskämpfe in der Geschichte des deutschen Luftverkehrs. Insgesamt fielen über 1.700 Flüge mit rund 170.000 Passagieren aus. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) wollte für die zusammen rund 200 Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen. Der Flughafenbetreiber Fraport hielt mit eigens geschulten Ersatzmannschaften dagegen.

Quelle: dpa

Bender wird nicht BER-Chef

Der ehemalige Chef des Frankfurter Flughafens Wilhelm Bender wird nicht neuer Chef des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld. Das gab Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am 4. Februar in Potsdam bekannt. Bender werde dem Flughafen nicht als Geschäftsführer für das operative Geschäft zur Verfügung stehen, sagte Platzeck. In welcher Form Bender das Projekt unterstützen wird, ließ Platzeck offen. Der Ex-Fraport-Chef habe aber seine Beratung für das Projekt angeboten.

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft tagt das nächste Mal am 13. Februar. Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck, neuer Vorsitzender des Gremiums, hatte wiederholt betont, dass die Entscheidung über die Nachfolge für Schwarz vom Aufsichtsrat getroffen werde.
Am Freitag hatte sich der frühere Flughafen-Aufsichtsratschef Hans-Olaf Henkel in Berlin für Bender stark gemacht: „Wenn es gelänge, den Herrn Bender dazu zu bewegen, noch mal etwas fürs Vaterland zu tun, dann hätten wir wirklich einen Riesenfortschritt gemacht.“ Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland brauche die neue Spitzenkraft eine „patriotische Berufung“. Der neue Geschäftsführer müsse hervorragende Management-Fähigkeiten sowie wirtschaftliche, technische und soziale Kompetenz» mitbringen, sagte Ramsauer gegenüber der Rheinischen Post (4.2.2013).

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte am 3. Februar Sonntag zunächst vorab gemeldet, Bender habe am Samstagabend auf dem Ball des Sports in Wiesbaden seine Bereitschaft signalisiert, den Posten übernehmen zu wollen. Wenig später zog das Blatt diese Meldung zurück. Laut «faz.net» sagte der 68-Jährige am Sonntag: «Ich habe auf dem Ball des Sports allen Medien gegenüber jeden Kommentar zu Berlin abgelehnt.» In der Vorabmeldung war er dagegen mit den Worten „ich dementiere das nicht“ zitiert worden.

Bender hatte die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport 16 Jahre lang geführt, bevor er 2009 in den Ruhestand ging. Heute ist Bender Aufsichtsratsvorsitzender des Bahnherstellers Bombardier und des Fußballvereins Eintracht Frankfurt.

Quellen: dpa, AFP, dapd

Ehemaliger Fraport-Chef Wilhelm Bender BER-Retter?

Der frühere Fraport-Chef Wilhelm Bender hat nach Informationen der `Frankfurter Allgemeinen Zeitung´  (Montagausgabe) die Bereitschaft signalisiert, die Geschäftsführung des Berliner Hauptstadtflughafens `BER´ zu übernehmen.

Das habe der frühere Chef des Frankfurter Airports am Samstagabend auf dem Ball des Sports in Wiesbaden deutlich gemacht. Ihm war demnach ein Zeitungsbericht gezeigt worden, in dem ein langjähriger enger Mitarbeiter zu dem Angebot aus Berlin mit den Worten zitiert wurde: „Gehen Sie einmal davon aus, dass er es macht.“

Dazu habe Bender gesagt: „Das dementiere ich nicht.“

Der Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, Ralf Kunkel sagte der gegenüber der Nachrichtenagentur dpa am 3. Februar man äußere sich nicht  zu Personalien, solange man nichts schwarz auf weiß habe. Eine Mitarbeiterin von Benders Frankfurter Büro hätte gesagt, auch Bender wolle sich dazu zunächst nicht äußern.
Im Desaster um den künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg sei der 68-Jährige laut dpa bereits in den letzten Tagen als Hoffnungsträger gehandelt worden.

Der bisherige Flughafenchef Rainer Schwarz musste gehen. Die Eröffnung des Airports musste zu Jahresbeginn wegen massiver Probleme bereits zum vierten Mal verschoben werden.

Quelle: dpa

Wo die Luftfahrt wächst

Startendes Flugzeug in München/Foto: Dr. Werner Hennies

Während das Luftfahrtwachstum in Europa in 2012 mit nur 1,5 Prozent sehr bescheiden war, wächst die Luftfahrt weltweit. Eine Prognose des Weltluftahrt-verbandes IATA für die nächsten drei Jahre zeigt, wo die Wachstumsmärkte der Zukunft liegen.

So etwa erwartet die IATA in Kasachstan ein Passagierzahlen-Wachstum von 20,3 Prozent und rangiert damit auf Platz 1. Welchen Wandel die ehemalige Sowjetrepublik seit ihrer Unabhängigkeit durchgemacht hat, sei am Bauboom in der Hauptstadt Astana zu sehen. Auch die Luftfahrtindustrie soll in den kommenden drei Jahren massiv ausgebaut werden. Auf dem zweiten Platz rangiert Usbekistan. Die ehemalige Sowjetrepublik im Süden Russlands wurde 2005 noch von Unruhen erschüttert. Mittlerweile habe sich die politische Situation etwas beruhigt. In den kommenden Jahren soll die Luftfahrtindustrie der dünn besiedelten Republik um 11,1 Prozent wachsen. Den dritten Platz belegt der Sudan. Unruhen und Kriege haben das Land in der Vergangenheit immer wieder ins Chaos gestürzt – nun soll alles anders werden. Insbesondere wegen seiner Rohstoffe werde die islamische Republik und ihre Haupstadt Kartun immer öfter angeflogen. Mit einem Wachstum von 9,2 Prozent wachse kein Land in Afrika stärker.

Auf Platz vier ist Uruguay. Nirgendwo in Südamerika wachse die Luftfahrt in den nächsten Jahren so stark wie in Uruguay – und das, obwohl die Staatsairline Pluna den Betrieb einstellen musste. Für ausländische Airlines bleibe das Land mit einem Zuwachs von neun Prozent ein lohnendes Ziel. Aserbaidschan folgt auf Platz fünf. Zum Eurovision Song Contest 2012 in Baku konnte das Land am Kaspischen Meer viele europäische Gäste begrüßen. Auch wirtschaftlich gesunde Aserbaidschan durch Rohstoffexporte. Die Luftfahrt soll in den nächsten drei Jahren um 8,9 Prozent wachsen. Auf Platz sechs liegt die Ukraine, wo das Wachstum auch nach der Fußball Europameisterschaft weitergehe – zumindest in der Luft. Mit 8,8 Prozent mehr Passagieren wachse die Luftfahrt nirgendwo in Europa stärker als in der Ex-Sowjetrepublik. Auf Platz 7 rangiert Kambodscha. Obwohl das Land sich langsam von den Folgen der Herrschaft der Roten Khmer erhole, seien die Umweltschäden immer noch kaum zu übersehen. Für Touristen werde das relativ günstige Reiseziel trotzdem immer interessanter. Die Zahl der Passagiere soll bis 2016 um 8,7 Prozent wachsen.
Chile folgt Kambodscha auf Platz 8. Auch der Luftverkehr in der Heimat der größten südamerikanischen Airline LAN soll deutlich zunehmen. 8,5 Prozent mehr Passagiere sollen bis 2016 transportiert werden. Panama liegt auf Platz 9. Das mittelamerikanische Land gilt als Brücke zwischen Pazifik und Atlantik und verbindet gleichzeitig Nord- und Südamerika. Bis 2016 soll die Zahl der Passagiere hier um 8,5 Prozent wachsen.
Auf Platz 10 ist Russland. Das flächenmäßig größte Land der Erde gewinnt für die Luftfahrtindustrie an Bedeutung. Von 2013 bis 2016 soll die Zahl der transportierten Passagiere um 8,4 Prozent steigen, prognostiziert die IATA. Damit belegt Russland unter den Industrieländern einen der Spitzenplätze.
(Quellen: IATA, Handelsblatt)

 

 

 

 

Neue Lärmschutzdebatte in Frankfurt

Um den Lärmschutz am Frankfurter Flughafen ist neuer Streit entbrannt. Die hessische SPD-Landtagsfraktion warf der schwarz-gelben Landesregierung am 23. Januar vor, beim Lärmschutz getrickst zu haben. Mit der sogenannten `Planklarstellung´ habe das Land künftigen Regierungen und der Region die rechtlichen Möglichkeiten für weitergehende Regelungen auf Landesebene genommen, erklärten der SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel und seine Stellvertreterin Nancy Faeser in Wiesbaden. Zu diesem Schluss komme ein von der SPD in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten.

Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) wies die Vorwürfe zurück. Das Gutachten bestätige, dass die aktuelle Landesregierung beim Schutz vor Fluglärm am Frankfurter Flughafen richtig handele. Die FDP betonte, die Landesregierung habe überhaupt erst eine Grundlage dafür geschaffen, dass wichtige Schritte wie das Nachflugverbot wirksam werden konnten. Den Grünen hingegen gehen die Forderungen der SPD nach einem verbesserten Lärmschutz für die Anwohner nicht weit genug.

Schäfer-Gümbel und Faeser forderten bei der Vorstellung des Gutachtens einen neuen Dialog über den Lärmschutz am Flughafen. Die SPD wolle sich mit Bürgerinitiativen, Kommunen, Fluggesellschaften und dem Flughafen selbst an einen Tisch setzen. Die vom Planfeststellungsbeschluss ermöglichte Lärmbelastung sei zu hoch, betonte Faeser. Schäfer-Gümbel sagte, die SPD wolle die strikte Einhaltung der Nachtruhe sichern und Ausnahmegenehmigungen strikt beschränken. Besonders laute Flugzeugtypen sollten gänzlich von Frankfurt ferngehalten werden. Für die betroffenen Gebäude müsse es passiven Lärmschutz geben.

Rentsch betonte, der von der SPD geforderte Dialog mit der Region werde längst geführt. Es gebe unter anderem die Fluglärmkommission und das Forum Flughafen. Die übrigen Vorschläge wie der Verbot besonders lärmintensiver Flugzeugtypen würden bereits erfüllt. Das Land habe mit der „Allianz für Lärmschutz“  ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, um alles zu tun, damit es für die Menschen rund um den Flughafen spürbar leiser werde. Dazu zähle unter anderem ein Paket im Umfang von 335 Millionen Euro für passiven Schallschutz.

Die rot-grüne Landesregierung von Rheinland-Pfalz will den Schutz vor Fluglärm auf Bundesebene vorantreiben. Das Ziel sei ein systematischer Schutz bei der Festlegung von Flugrouten und von Start- und Landeverfahren, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) am 22. Januar  in Mainz laut einer Mitteilung. Rheinland-Pfalz hatte sich zuvor in der Länderkammer dafür eingesetzt, dass der Kampf gegen Lärm Vorrang vor den Interessen von Wirtschaft und Verkehr haben soll. Höfken unterstützt nach eigenen Angaben die Forderung des Umweltbundesamts nach einem Nachtflugverbot für stadtnahe Flughäfen. Am Hunsrück-Airport Hahn sind Nachtflüge nicht verboten. Die Grünen fordern generell bundesweit ein Tabu für Flüge in der Nacht..
Quellen: dapd, dpa

Europäische Luftfahrt – sicherste der Welt

Mit der geplanten Neuregelung der Flugdienstzeiten durch die EU werde noch einmal verschärft, was auch vorher schon ein Spitzenstandard war:  Für Europas Piloten gelten in Zukunft noch begrenztere Flugdienstzeiten und noch ausgedehntere Ruhezeiten. Damit bleibe die europäische Luftfahrt die sicherste der Welt, betonte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) Klaus-Peter Siegloch am 22. Januar in Berlin.„Die Luftfahrt unterstützt die strenge Neuregelung der Flug- und Ruhezeiten für Piloten, die die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) als zuständige neutrale europäische Behörde vorsieht. Sicherheit ist für uns immer das oberste Gebot, denn wir tragen gemeinsam mit unseren Piloten die hohe Verantwortung für unsere Passagiere und Crews“, so der BDL-Präsident.

Gemäß der Neuregelungen gilt in Zukunft zum Beispiel bereits für Flugeinsätze ab 17 Uhr  – und nicht mehr wie zuvor ab 19 Uhr – die Nachtdienstregelung von maximal 11 Stunden Flugdienstzeit. Ebenfalls begrenzt wurden die maximalen Dienstzeiten pro Monat. Klar vorgeschrieben sind auch die Mindestruhezeiten zwischen den Diensteinsätzen.
„Im Durchschnitt fliegen die Piloten rund 660 Stunden im Jahr – rein kalkulatorisch sind das 83 mal acht  Stunden. Das zeige, wie  deutlich die  Dienstzeiten unserer Piloten und Pilotinnen darauf ausgerichtet sind, dass sie sich zwischen ihren Flügen auch erholen können“, sagte Siegloch. (jwm)

Boeing stoppt Dreamliner-Auslieferung

Der US-Flugzeugbauer Boeing stoppt die Auslieferung weiterer Maschinen des Typs 787 „Dreamliner“. Laut Boeing-Sprecher Marc Birtel gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, würde die Produktion des Langstreckenjets aber fortgesetzt.
Behörden in den USA, Europa und anderen Ländern haben das Flugzeug wegen Problemen mit den neuartigen Batterien aus dem Verkehr gezogen.
Boeing werde erst wieder Maschinen ausliefern, wenn die US-Flugaufsichtsbehörde FAA, die den  „Dreamliner“ am 18. Januar in den USA aus dem Verkehr gezogen hatte, wieder Flugtauglichkeit bescheinige.
Auslöser für das behördlich verhängte Flugverbot ist die Notlandung eines „Dreamliners“ in Japan, in dem eine Batterie geschmort hatte. Es war das erste Mal seit 34 Jahren, dass die FAA ein Flugverbot für alle Maschinen eines Typs verhängt hat. Die Aufseher in Japan, Europa, Indien, Katar und Chile schlossen sich an.
Die japanischen Gesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL) hatten bereits am 16. Januar,  kurz nach der Notlandung der ANA-Maschine im japanischen Takamatsu, vorerst alle Flüge mit dem „Dreamliner“ ausgesetzt.
Die einzige europäische Airline mit dem „Dreamliner“ in ihrer Flotte, die polnische LOT, prüft möglichen Schadenersatz wegen des Flugverbots für den Langstreckenjet.
Boeing bedauerte die Ereignisse, steht aber weiterhin zu seinem jüngsten Flugzeugmodell. „Wir sind überzeugt, dass die 787 sicher ist“, sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Das Unternehmen arbeite mit der FAA und anderen Behörden daran, so schnell wie möglich Antworten auf die drängenden Fragen zu finden.
Bereits in der Vorwoche hatte eine Batterie eines am Boden stehenden „Dreamliners“ der JAL Feuer gefangen, außerdem verlor ein Flugzeug vor dem Start rund 150 Liter Treibstoff. Zudem gab es eine Störung des Bremscomputers an einem ANA-Jet, einem Ölleck und einem Spinnennetz-förmigen Riss in einem Cockpit-Fenster.
Den beiden japanischen Gesellschaften JAL und ANA gehören mit 24 Maschinen fast die Hälfte der bisher 50 ausgelieferten „Dreamliner“-Jets. Auch die übrigen Betreiber United Airlines, Air India, LAN Airlines, Qatar Airways, Ethiopian Airlines und die polnische LOT lassen ihre Maschinen inzwischen am Boden.
In Deutschland hat bislang keine einzige Fluggesellschaft den `Dreamliner´ in der Flotte. Air Berlin hat aber 15 Stück bestellt, die 2015 ausgeliefert werden sollen. Tui Travel will 13 Maschinen abnehmen. Diese sollen aber nicht bei der deutschen Tochter Tuifly, sondern in Großbritannien und anderen europäischen Nachbarländern eingesetzt werden. Insgesamt liegen Boeing mehr als 800 Bestellungen für die jeweils etwa 200 Millionen Dollar teuren Flieger vor.
Quellen: Boeing, Fokus online, Bloomberg

„Vier bringen Sie weiter“

Die deutsche Luftfahrtindustrie hat eine großangelegte Werbekampagne zu ihrem gesunkenen Energieverbrauch gestartet. Sie soll auf den durchschnittlichen Verbrauch von unter vier Litern (3,92) pro Passagier auf 100 Flugkilometer hinweisen.
Diesen richtigen Wert hatten gerade einmal 14 Prozent der Befragten bei einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen genannt, während die große Mehrheit den Energieverbrauch beim Fliegen um ein Zehnfaches überschätzte, berichtete BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. Die am 14. Januar  in Frankfurt vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)  gestartete Informations-Kampagne «Vier bringen Sie weiter» soll nun auf den durchschnittlichen Treibstoffverbrauch von unter vier Litern pro Passagier auf 100 Flugkilometer aufmerksam machen.
Die neue Werbekampagne ist die erste gemeinsame aller deutschen Flughäfen und Luftfahrtgesellschaften. Geplant sind 900 Plakate auf den Flughäfen, ein Videospot, der auch im Bordprogramm der Airlines laufen soll, das Auslegen von 600 000 Flyern sowie Anzeigen und Onlinebanner.

Die Flugzeuge  der im Verband organisierten deutschen Fluggesellschaften verbrauchten im Jahr 2011 durchschnittlich 3,92 Liter Kerosin pro 100 Passagierkilometer. Der Treibstoffverbrauch pro Passagier liegt heute 37 Prozent niedriger als 1990, ohne dass es dazu Vorschriften oder Auflagen gebraucht hätte, so  Siegloch. Man strebe nun den 3-Liter-Verbrauch an.

Neben effizienteren Flugzeugen sorgt auch ihre höhere Auslastung und neue Flugverfahren für die Verbesserung, wie Lufthansa-Chef Christoph Franz erläuterte. Bei den Netzwerkgesellschaften liege die Auslastung um die 80 Prozent bei den Charterfliegern lüber 90 Prozent. Auf kurzen Flügen ist der Verbrauch höher als auf der Langstrecke.

Externer Link: www.die-vier-liter-flieger.de

 

 

Lufthansa und Air Berlin fordern Verbesserungen in Berlin-Tegel

Nach dem erneut geplatztem Starttermin für den Hauptstadt-Flughafen BER
fordern Lufthansa und Air Berlin eine Ertüchtigung des alten Flughafens Berlin-Tegel.
„In Tegel muss investiert werden, um einen vernünftigen Service für Fluggäste zu gewährleisten“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am 8. Januar in Berlin. Aufgrund der verschobenen Eröffnung des BER-Airports müsse Tegel nun „für mehrere Flugplanperioden den Löwenanteil des Flugverkehrs in der Hauptstadt tragen“.
Auch Air Berlin forderte von der Berliner Flughafengesellschaft Nachbesserungen in Tegel. Es bedürfe Anstrengungen seitens des Flughafenbetreibers, „um dort einen noch besseren Standard zu erreichen“, erklärte Air Berlin.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte am 7. Januar  bestätigt, dass der 27. Oktober 2013 als Eröffnungstermin des künftigen Berliner Single Airports nicht eingehalten werden kann. Zuvor wurde die Eröffnung schon drei Mal verschoben.
Air Berlin hatte im November wegen der mehrfachen Verschiebung des Eröffnungstermins eine Feststellungsklage gegen die Betreibergesellschaft eingereicht. Damals bezifferte die Airline den bis dahin entstandenen Schaden auf einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe.
Bei der Lufthansa fiel bislang noch keine Entscheidung über eine mögliche Schadenersatzklage. „Dass Schäden entstehen, ist völlig klar; diese werden nun aufgelistet“, sagte der Lufthansa-Sprecher. „Zu gegebener Zeit wird der Flughafengesellschaft eine Rechnung präsentiert“. Ob es letztlich zu einer Klage der Lufthansa komme, werde aber erst „zu gegebener Zeit entschieden“. Die Mitglieder des Airline-Verbands BARIG hatten ebenfalls angekündigt, mögliche Schadenersatzforderung zu prüfen.
Die Deutsche Bahn bereitet ebenfalls Schadenersatzforderungen vor. Der Konzern habe „durch die wiederholten Verschiebungen der Inbetriebnahme des Flughafens finanzielle Einbußen in Millionenhöhe zu verzeichnen“, erklärte ein Konzernsprecher. Derzeit jedoch sei es „noch nicht möglich“ die Einbußen zu beziffern. Dies gelte „auch für die konkrete Höhe der Schadensersatzansprüche gegen die Flughafengesellschaft“, so der Bahn-Sprecher.

Quelle: AFP, dpa-AFX