Lufthansa Airbus A320 mit Sharklets

Vorbild für die Sharklets ist die Natur

Lufthansa-Piloten holten am 1. März  bei Airbus in Hamburg Finkenwerder den ersten Airbus A320 ab, der mit zwei Meter vierzig hohen Flügelspitzen-Verlängerungen, so genannten Sharklets ausgestattet ist. Diese sollen je nach Streckenlänge Treibstoff-Einsparungen von rund ein bis vier Prozent und einen entsprechend verringerten CO2-Ausstoß bringen. Außerdem können derart ausgestattete Flugzeuge steiler steigen, was sich beim Abflug positiv auf die Verringerung der Lärmemission auswirkt.
Vorbild für die Sharklets ist die die Natur: Große Vögel wie Kranich oder Kondor knicken ihre äußeren Federn nach oben und fliegen so deutlich energieeffizienter. Die Sharklets reduzieren den auftriebsabhängigen Widerstand und verbessern die Aerodynamik an den Tragflächenspitzen. Airbus rechnet aufgrund der so erzielten Kerosinersparnis mit einer Reduzierung der CO2-Emission von rund 1 000 Tonnen pro Flugzeug und Jahr, was dem CO2-Ausstoß von rund 200 durchschnittlich genutzten Personenkraftwagen entspricht.
Die 22 fabrikneuen A320, die bis Anfang 2015 zur Lufthansa stoßen und ältere Flugzeuge ersetzen sollen, werden alle mit dieser Neuerung ausgestattet sein. Da sich die Treibstoffersparnis vor allem im Reiseflug einstellt, wird die Verkehrsleitung der Lufthansa die mit Sharklets ausgestatteten A320 vor allem auf längeren Europa-Routen einsetzen.
Bis 2025 hat der Konzern 239 Flugzeuge der neuesten Generation auf der Bestellliste. Das Volumen dieses Flottenerneuerungsprogramms beläuft sich auf rund 23 Milliarden Euro zu Listenpreisen.

Am 15. März erwartet auch die Lufthansa Group Airline  Swiss ihren ersten A320 mit Sharklets in Zürich.

Quelle: Lufthansa/Foto: Lufthansa

ETS: Globale Lösung in Sicht?

Im internationalen Streit um den EU-Emissionshandel  für den Flugverkehr erscheint  ein  teilweises Aussetzen, allerdings nur für Interkontflüge, immer wahrscheinlicher.

Im Streit der EU mit Ländern wie den USA und China um den Emissionshandel in der Luftfahrt wird ein teilweises Aussetzen  immer wahrscheinlicher. Der federführende Abgeordnete des Europäischen Parlaments, der Deutsche Peter Liese (CDU), sprach sich am 9. Januar in Brüssel für den Vorschlag der EU-Kommission vom November aus, mit dem die EU auf den starken internationalen Druck reagieren und zunächst auf die Erhebung der Abgaben für Interkontinentalflüge verzichten will. Liese als Berichterstatter erwartet, dass das Parlament dem mehrheitlich zustimmen wird.
Grund für die angepeilte Kehrtwende auf Zeit sind Entwicklungen auf internationaler Ebene. Liese zufolge ist denkbar, dass die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) noch in diesem Jahr eine weltweite Regelung für das Problem auf den Weg bringt. Diese Regelung könnte an die Stelle des umstrittenen europäischen Systems treten. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die EU-Regelung für ein Jahr auszusetzen, um so ein gutes Klima für die internationalen Verhandlungen zu schaffen.
Für innereuropäische Verbindungen gelten die Regeln des EU-Emissionshandels aber weiter. Dies sei inkonsequent und unfair, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch im November. Damit stünden europäische Airlines im Wettbewerb schlechter da als ihre internationalen Konkurrenten, die überwiegend außerhalb von Europa fliegen und nicht mehr für ihre Emissionen zahlen müssen.
Bis spätestens April müssen Europaparlament und EU-Regierungen die Aussetzung beschließen. Anderenfalls würden die Airlines dann zur Kasse gebeten: Sie müssten Zertifikate für jede Tonne des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 vorweisen, das sie im Jahr 2012 auf Strecken mit Start- oder Landeort in der EU ausgestoßen haben.
Das im Jahr 2003 eingerichtete Emissionshandelssystem der EU startete 2005 zunächst nur für Industrieunternehmen. Seit 2012 fallen auch Fluggesellschaften unter die Regelungen. Die Einbeziehung der Luftfahrt in den Emissionshandel brachte die EU in Konflikt mit einer ganzen Reihe Länder. Viele Staaten bestreiten, dass die EU auch ausländische Airlines zum Mitmachen zwingen kann, darunter USA und China.

Quelle: AFP

Signalwirkung für die Branche?

Flufthafen München. Foto: Dr. Wener Hennies

Die Flughafen München GmbH (FMG) ist als erster deutscher Airport-Betreiber dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) beigetreten.

Foto: Flughafen München, Dr. Werner Hennies

Der DNK wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen, der seit dem Jahr 2001 die Bundesregierung berät. Ihm gehören 15 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Institutionen im Bereich des Naturschutzes an. Durch den Kodex werden Nachhaltigkeitsleistungen deutscher Unternehmen mit Hilfe einer Datenbank transparent und vergleichbar gemacht.

Bisher haben sich insgesamt 36 börsennotierte, unter anderem  Allianz, BMW, BASF, Puma, Siemens oder VW, und mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen dem Kodex verpflichtet und sich dazu bekannt, innerhalb ihrer unternehmerischen Verantwortung Nachhaltigkeitsziele zu berücksichtigen. Der Nachhaltigkeitskodex basiert im Wesentlichen auf den Kriterien der Global Reporting Initiative (GRI), https://www.globalreporting.org/languages/german/Pages/default.aspx, die die Leitlinien zur Berichterstattung über Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen vorgibt. Der Flughafen München hat mit seinen Nachhaltigkeitsberichten in den vergangenen Jahren mehrfach die höchste Wertungskategorie „Level A+“, die vom GRI vergeben wird, erreicht.

Für Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh ist der Beitritt eine logische Konsequenz der strategischen Ausrichtung als nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen. Dass sich jetzt auch ein Flughafen zu diesem Kodex bekenne, habe eine Signalwirkung für die gesamte Branche.

Fliegen für die Klimaforschung

Seit Dezember 2004 ist das fliegende Labor CARIBIC (Civil Aircraft for the Regular Investigation of the atmosphere Based on an Instrument Container) einmal pro Monat im Dienste der Wissenschaft unterwegs. Am 27. November ist es von seiner 80sten Reise an Bord des Lufthansa Airbus A340-600 ´Leverkusen´ zurückgekehrt. Diesmal aus Kuala Lumpur, eine Route, die die Forscher besonders interessiert, weil der Flug über die Tropen Daten aus der sogenannten `Waschküche´  der Atmosphäre liefert. Aus den dicht besiedelten Ballungsräumen Asiens gelangen nicht nur viele Spurengase in die Atmosphäre. Hier werden sie auch besonders schnell abgebaut und mit dem Regen ausgewaschen, da die hohen Temperaturen und die intensive Sonnenstrahlung, die zu starken Konvektionen in der Atmosphäre führen und die chemischen Abbauwege antreiben.
Der Container hat mittlerweile gut zwei Millionen Kilometer zurückgelegt. Über 50 verschiedene Gase und Partikelverbindungen werden im Reiseflug in acht bis zwölf Kilometern Höhe aufgezeichnet – in einer Atmosphärenschicht, die für die Wissenschaftler von besonderem Interesse ist, weil hier weder Satelliten noch bodengestützte Messungen klimarelevante Parameter in annähernd gleicher Auflösung erfassen können wie Messungen an Bord von Flugzeugen dies erlauben.
Zehn Forschungsinstitute aus fünf europäischen Ländern haben den Messcontainer gemeinsam entwickelt und ausgestattet. Ein spezielles Einlasssystem am Außenrumpf des Flugzeugs erlaubt es, mittels 20 verschiedener in den Container integrierter wissenschaftlicher Geräte, im Reiseflug in der umgebenden Luft Aerosole und Spurengase zu analysieren. Auch Proben können genommen werden. Der 1,5 Tonnen schwere Messcontainer bringt von jedem Flug auch 116 Luftproben mit, die über bestimmten Regionen genommen werden. Die Daten, die so gesammelt werden, helfen, eine sensible Region der Atmosphäre besser zu verstehen: die Grenzschicht zwischen Troposphäre und Stratosphäre. Die hier stattfindenden Prozesse sind äußerst komplex und beeinflussen die Strahlungsbilanz der Atmosphäre und damit auch das Erdklima.
Am EU-Forschungsprojekt CARIBIC, beteiligen sich unter Federführung des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie zwölf weitere wissenschaftliche Institutionen aus Europa sowie Lufthansa und Fraport. Jedem der monatlichen Messflüge geht eine rund vierwöchige Planungsphase voraus. Nach Absprache der Destination, die die Wissenschaftler aus dem Streckennetz der A340-600 frei wählen können, werden das Flugzeug sowie der nötige Frachtraum allokiert.