Signalwirkung für die Branche?

Flufthafen München. Foto: Dr. Wener Hennies

Die Flughafen München GmbH (FMG) ist als erster deutscher Airport-Betreiber dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) beigetreten.

Foto: Flughafen München, Dr. Werner Hennies

Der DNK wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen, der seit dem Jahr 2001 die Bundesregierung berät. Ihm gehören 15 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Institutionen im Bereich des Naturschutzes an. Durch den Kodex werden Nachhaltigkeitsleistungen deutscher Unternehmen mit Hilfe einer Datenbank transparent und vergleichbar gemacht.

Bisher haben sich insgesamt 36 börsennotierte, unter anderem  Allianz, BMW, BASF, Puma, Siemens oder VW, und mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen dem Kodex verpflichtet und sich dazu bekannt, innerhalb ihrer unternehmerischen Verantwortung Nachhaltigkeitsziele zu berücksichtigen. Der Nachhaltigkeitskodex basiert im Wesentlichen auf den Kriterien der Global Reporting Initiative (GRI), https://www.globalreporting.org/languages/german/Pages/default.aspx, die die Leitlinien zur Berichterstattung über Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen vorgibt. Der Flughafen München hat mit seinen Nachhaltigkeitsberichten in den vergangenen Jahren mehrfach die höchste Wertungskategorie „Level A+“, die vom GRI vergeben wird, erreicht.

Für Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh ist der Beitritt eine logische Konsequenz der strategischen Ausrichtung als nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen. Dass sich jetzt auch ein Flughafen zu diesem Kodex bekenne, habe eine Signalwirkung für die gesamte Branche.

Fliegen für die Klimaforschung

Seit Dezember 2004 ist das fliegende Labor CARIBIC (Civil Aircraft for the Regular Investigation of the atmosphere Based on an Instrument Container) einmal pro Monat im Dienste der Wissenschaft unterwegs. Am 27. November ist es von seiner 80sten Reise an Bord des Lufthansa Airbus A340-600 ´Leverkusen´ zurückgekehrt. Diesmal aus Kuala Lumpur, eine Route, die die Forscher besonders interessiert, weil der Flug über die Tropen Daten aus der sogenannten `Waschküche´  der Atmosphäre liefert. Aus den dicht besiedelten Ballungsräumen Asiens gelangen nicht nur viele Spurengase in die Atmosphäre. Hier werden sie auch besonders schnell abgebaut und mit dem Regen ausgewaschen, da die hohen Temperaturen und die intensive Sonnenstrahlung, die zu starken Konvektionen in der Atmosphäre führen und die chemischen Abbauwege antreiben.
Der Container hat mittlerweile gut zwei Millionen Kilometer zurückgelegt. Über 50 verschiedene Gase und Partikelverbindungen werden im Reiseflug in acht bis zwölf Kilometern Höhe aufgezeichnet – in einer Atmosphärenschicht, die für die Wissenschaftler von besonderem Interesse ist, weil hier weder Satelliten noch bodengestützte Messungen klimarelevante Parameter in annähernd gleicher Auflösung erfassen können wie Messungen an Bord von Flugzeugen dies erlauben.
Zehn Forschungsinstitute aus fünf europäischen Ländern haben den Messcontainer gemeinsam entwickelt und ausgestattet. Ein spezielles Einlasssystem am Außenrumpf des Flugzeugs erlaubt es, mittels 20 verschiedener in den Container integrierter wissenschaftlicher Geräte, im Reiseflug in der umgebenden Luft Aerosole und Spurengase zu analysieren. Auch Proben können genommen werden. Der 1,5 Tonnen schwere Messcontainer bringt von jedem Flug auch 116 Luftproben mit, die über bestimmten Regionen genommen werden. Die Daten, die so gesammelt werden, helfen, eine sensible Region der Atmosphäre besser zu verstehen: die Grenzschicht zwischen Troposphäre und Stratosphäre. Die hier stattfindenden Prozesse sind äußerst komplex und beeinflussen die Strahlungsbilanz der Atmosphäre und damit auch das Erdklima.
Am EU-Forschungsprojekt CARIBIC, beteiligen sich unter Federführung des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie zwölf weitere wissenschaftliche Institutionen aus Europa sowie Lufthansa und Fraport. Jedem der monatlichen Messflüge geht eine rund vierwöchige Planungsphase voraus. Nach Absprache der Destination, die die Wissenschaftler aus dem Streckennetz der A340-600 frei wählen können, werden das Flugzeug sowie der nötige Frachtraum allokiert.