Münchener Flughafen und Google Indoor Maps

Der Flughafen München gehört zu den ersten Partnern in Deutschland, die beim Kartendienst ´ Indoor Maps´ von Google vertreten sind. Google erweitert derzeit sein weltweit verbreitetes Angebot `Maps´ um eine ´Indoor´-Funktion in großen öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen, Einkaufszentren oder Museen. Wer ein Smartphone oder Tablet mit dem mobilen Betriebssystem Android besitzt, kann damit alle Ebenen dieser Gebäude ansteuern und sich vor Ort anhand von Daten dortiger Funknetze lokalisieren lassen. Seit 5. Dezember ist diese Funktion in Deutschland nutzbar.
Die Google Maps App für Android zeigt im Flughafen München die Grundriss-Karten der beiden Terminals sowie des München Airport Centers. Wie in den Stadtplänen sind zahlreiche Restaurants, Shops und andere Ziele markiert, zu denen auch Informationen abgerufen werden können. Mit Google Indoor Maps steht Fluggästen und Besuchern ein zusätzliches Medium zur Verfügung, um sich vor Reiseantritt oder bei Ankunft am Flughafen einen Überblick zu verschaffen.

Neue Wege in der Ausbildung von Luftfahrtexperten

Wie sollen Luftfahrtexperten zukunftsorientiert ausgebildet werden? Diese Frage stellt sich seit einigen Jahren das Forschungsnetzwerk für Verkehrspiloten-ausbildung, kurz FHP,   angeschlossen an das Institut für Nachrichtentechnik der TU Darmstadt, unter Leitung von Professor Gerhard Faber. 

Zu den Luftfahrtexperten des technischen operativen Bereichs gehören , so Prof. Faber, neben Verkehrspiloten auch Fluglotsen, Wartungsingenieure, Flugsicherungsingenieure, demnächst auch Remotely  Piloted  Aircraft Operators, kurz RPA, Piloten für fernge-steuerte Flugzeuge.
Schon seit langem gäbe es in unregelmäßigen Abständen Impulse für die Weiterent-wicklung der Ausbildungslehrgänge von Aviatik-Berufen wie zum Beispiel die Weiter-entwicklungsinitiative für Ausbildungslehrgänge von Verkehrspiloten in den 90er Jahren, die unter anderem zum Internationalen Studiengang Luftfahrt-System-Technik und Management (ILST) der Hochschule Bremen führten.
Weitere Initiativen seien 2005 die Multi Crew Pilot License (MPL) der ICAO gewesen, eine neue Team-Lizenz für Flugzeug-Cockpits mit mehreren Piloten, mit dem Ziel, die Teamarbeit im Cockpit zu verbessern und die ICAO-Initiative `Next Generation Aviation Professionals`.
Mit dem Diplom-Studiengang  und mit den Bachelor- und Masterstudiengängen als Option zur konventionellen ATPL-Ausbildung konnte sich mit den ILST-Studiengängen an der Hochschule Bremen in 15 Jahren ein alternatives Ausbildungskonzept etablieren, das nicht mehr wegzudenken sei.

Wenn man über neue Ausbildungswege diskutiere, sollte man die Erfolge der traditionellen Ausbildungskonzepte nicht vergessen, warnt Faber, denn die hohe Sicherheit im Luftverkehr verdanke man nicht zuletzt bewährten, hochwertigen konventionellen Ausbildungskonzepten. Das Forschungsnetzwerk FHP favorisiere einen evolutionären Ansatz, neue kreative Konzepte zu erproben, rät aber auch, Bewährtes beizuhalten, solange der Beweis eines besseren Konzepts nicht erbracht werden könne.

Einmal pro Jahr treffen sich die Mitglieder des Netzwerkes zu einem Symposium. Themen in diesem Jahr waren die Einflüsse neuer Technologien und neuer Automatisierungstechnik auf Auswahl , Ausbildung und Prüfung, die Fähigkeitsanforderungen des zukünftigen Luftfahrpersonals, neue systemische Ausbildungskonzepte, die Forschungsergebnisse der Hirnforschung zum Lernen und deren Konsequenzen für die Ausbildung, der Stellenwert synthetischer Trainingsgeräte in der Ausbildung, Kompetenzmessung versus Stundenzählen, die Bedeutung von Threat- und Errormanagement, die Integration von Ergebnissen von Incident- und Accident –Analysen in die Ausbildung,  alles, was zu hoher Handlungskompetenz führt, welcher Stellenwert explizitem (dokumentiertem Buchwissen) und implizitem (Erfahrungswissen) in der Ausbildung zuzuordnen ist, die Organisationsformen der Ausbildung (ATO, Akademien, Hochschulen etc.) , die Sprachkompetenzen und die Erfolge traditioneller Ausbildungskonzepte.

Die Broschüre „ Zukünftige Ausbildung der Manager von Mensch-Maschine-Systemen“  kann bei Professor  Gerhard Faber –  gerhard.faber@nt.tu-darmstadt.de  – angefordert werden. Die Broschüre wird nicht verkauft, eine Spende ist willkommen.

http://www.fhp.tu-darmstadt.de/nt/index.php?id=162&L=0

Fluggesellschaften knüpfen neue Allianzen

Die Luftfahrt-Branche sortiert sich neu.  Eine ganze Reihe von Fluggesellschaften arbeiten derzeit daran, Bündnisse zu schmieden oder sich direkt an Konkurrenten zu beteiligen. Das  könnte für die Passagiere bedeuten, dass Umsteigen auf bestimmten Strecken bequemer wird.
Singapore Airlines will seinen 49-Prozent-Anteil an der britischen Virgin Atlantik abstoßen. Als Interessenten gelten die amerikanische Delta Air Lines sowie ihr
niederländisch-französischer Partner Air France-KLM. Der Ausgang der Gespräche sei allerdings offen, erklärte Singapore Airlines am 3. Dezember.
Die Zusammenarbeit zwischen der australischen Qantas und Emirates scheint dagegen in trockenen Tüchern. „Wir sind in letzten Verhandlungen“ , sagte Emirates-Manager Thierry Antinori dem `Handelsblatt´. Laut Handelsblatt sind 33 Gemeinschaftsflüge pro Tag geplant. Drehkreuze sollen Dubai und London Heathrow werden.
Die Lufthansa und die aufstrebende teilstaatliche Turkish Airlines verhandeln nach Informationen der `Financial Times Deutschland´  über eine Ausweitung ihrer Partnerschaft bis hin zu einer gegenseitigen Kapitalbeteiligung.  Turkish-Airlines-Chef Temil Kotil sagte der Zeitung, dass im ersten Quartal 2013 eine Entscheidung fallen werde.  Lufthansa-Chef Christoph Franz sprach von `ungelegten Eiern´.

Quelle dpa

 

Radeln, Tafeln, Traditionen

Radeln in der Franche Comté
Unterwegs auf dem „Coulée verte“ von Montbéliard nach Belfort, einem der zahlreichen Radwege der Franche Comté und Teilstrecke  des  3 100 Kilometer langen `Eurovelo 6´  vom Atlantischen Ozean bis zum Schwarzen Meer.

Die Franche Comté ist eine hügelige Landschaft mit dichten Wäldern, mit Wiesen, auf denen Kühe weiden, mit  Flüssen und Seen. Es ist eine Region, die gerne links liegen gelassen wird lauf dem Weg in den gelobten Süden. Das hängt auch mit dem Klima zusammen, denn hier fällt viel Niederschlag, es ist einfach nicht so beständig. Im Jura, ganz in der Nähe zur Schweiz soll sich sogar der kälteste Ort Frankreichs befinden. In Mouthe habe man im Winter sogar schon minus vierzig Grad gemessen, heißt es.  Doch keine Bange, es gibt auch Landstriche, auf denen Wein angebaut wird, der einzigartige Jurawein. Außerdem überzieht ein Netz von Radwegen und Wasserstraßen die Freie Grafschaft.
Durch den Bau des „Rhein-Rhône-Kanals zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde ein schiffbarer Weg von  Nord- und Ostsee bis zum Mittelmeer geschaffen. Doch bald schon wurde der Kanal seiner Funktion durch neue, beschleunigte Transportmöglichkeiten entbunden. Heute ist er ein Refugium der Gemächlichkeit, besonders geschätzt von Radfahrern und  Hausbootbesitzern. Letztere  kämen aus der ganzen Welt, aus Australien und Kanada, aus Skandinavien und aus der Schweiz, sagt Chantal vom Tourismusbüro in Montbéliard. Im Port de Plaisance, liegen Exemplare, die Amicitta oder Dauphin II heißen, mit blank polierter Messing- und Palisanderverkleidung vor Anker.
Um den Hafen erstreckt sich der Stadtgarten Près la Rose. Mit seinen Blumenbeeten und Fontänen mutet er wie ein  Kurpark an. Jedoch ist sein Wahrzeichen ein  Pavillon für  Naturwissenschaften, der die Erfindungen der großen Köpfe der Stadt dokumentiert.

Chateau de Montéliard

Wie in guter Stauffer-Manier  thront hoch oben das „Château de Montbéliard“, auch „Schloss der Herzöge von Württemberg“ genannt. Diesen edlen Herren gelang bereits im 14. Jahrhundert durch Heirat die Einverleibung der damals burgundischen Grafschaft ins Schwäbische. Auch ihre Religion, den Protestantismus konnten sie durchsetzen, somit entstand eine protestantische Enklave inmitten eines durchweg katholischen Landes. In der Stadt kann man das älteste lutherische Gotteshaus, die Kirche Saint Martin besichtigen. Sie wurde von Heinrich Schickhard, dem Hofarchitekten Friedrich I. errichtet.

Zur Pflege einer besonderen Tradition treffen sich ältere Frauen im Gemeindezentrum von Montbéliard. Sie sticken mit Perlen einzigartige Blumen- und Blättermotiven auf Samt- oder Seidenhäubchen, wie sie früher von gläubigen Protestantinnen zum Kirchgang getragen wurden. Damals als Schmuck und Ergänzung der Tracht, gleichzeitig dem Gebot gehorchend, die Pracht der Haare zu verbergen, werden sie heute  als Souvenir verkauft. Marie-France Petit, eine Rentnerin weit in den Siebzigern, bedauert, dass ihr nur der Sommer des Lichtes wegen diese Liebhaberei erlaube, im Winter wolle ihr einfach das Einfädeln nicht mehr gelingen.

Wir sind unterwegs auf dem „Coulée verte“ von Montbéliard nach Belfort, einem der zahlreichen Radwege der Franche Comté. Für eine kurze Strecke verläuft er zusammen mit dem „Eurovelo 6“. Der 3 100 Kilometer lange Radweg führt vom Atlantischen Ozean bis zum Schwarzen Meer. Um jedoch nicht dort zu landen, überqueren wir den Kanal. Die romantischen Abschnitte  des „Grünen Bandes“ werden von Erlen und Weiden, von Enten und Reihern, von in die Jahre gekommenen, vertäumt vor sich hin tümpelnden  Booten, von verlassenen Schleusenhäuschen und von Kirchturmspitzen bestimmt. Die große Automobilanlage von Sochaux, deren Markenzeichen ein aufgebäumter Löwe mit Kraft strotzenden Vorderpfoten ist, haben wir schon längst hinter uns gelassen. Doch dann taucht ein weiteres Zeichen der Zivilisation auf, die Brücke für den Hochgeschwindigkeitszug TGV, die bei Tavergnan, einem Vorort von Belfort. die sonst idyllische Senke überspannt. Ende des Jahres soll die Strecke eröffnet werden. Der Bahnhof von Montbéliard/Belfort wird dann drei Stunden näher an Paris heranrücken. Es ist, als schichteten sich hier Meilensteine einer nie enden wollenden Mobilitätssteigerung. Die Zeit triumphiert über eine Region, in der einst die Uhren-Industrie führend war.

Als wir am Abend nach einem vorzüglichen Mahl mit Gerichten aus der Region, die aus  leckeren Wurst- und Käsespezialitäten bestehen, die Wirtin um ein Taxi bitten, bekommt diese keine Antwort am Telefon. „Machen Sie sich keine Sorgen, der Chef wird sie ins Hotel bringen“, sagt sie beruhigend. Kurzerhand hat der Patron den Lieferwagen zum Taxi umfunktioniert. Wo denn die Taxis blieben, wollen wir auf der Heimfahrt wissen. Es hinge vermutlich mit der Sparsamkeit der protestantischen Bewohner zusammen. Aber das Restaurant war gut besucht. Die meisten seien Geschäftsleute, denn auch die Durchreisenden, so wie wir, hätten es oft sehr eilig. Das mutet uns allerdings nach den erlebnisreichen Tagen ganz unverständlich an.

Suse Rabel-Harbering, freie Journalistin

Gut zu wissen:
Fahrräder kann man für € 8 pro Tag mieten: Office de Tourisme,1,rue Henri Mouhot, Tel. 03 81 94 45 60, www.Paysdemontbeliard-Tourisme.com

Hôtel Bristol,2, rue de Velotte, Tel. 03 81 94 43 17, www. Hotel-bristol-montbeliard.com  Fast alle Zimmer sind renoviert. Sehr schön sind die im Anbau mit Hallenbad im Hinterhof.

Einer der eher wenigen Sterneköche der Franche Comté kocht im Restaurant Le St. Martin, 1,rue Général Leclerc, Tel. 03 81 91 18 37, e-mail: lesaintmartin.montbeliard @orange.fr

Erstaunliche Parallelen – Situation von Airlines und Presseverlagen

Von der Musikindustrie bis zur Filmbranche, von Büchern bis zu Bildung, von Konsum bis zu Mobilität – überall das gleiche Bild: Bisher etablierte Akteure sehen sich jungen, unverbrauchten, flexibleren, die Möglichkeiten des technischen Fortschritts nutzenden, Anbietern gegenüber und haben erhebliche Schwierigkeiten, sich an diese neuen Bedingungen anzupassen. Besonders faszinierend ist dabei, wie selbst in Segmenten, die nur indirekt vom Internet tangiert werden, kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Ein Bereich, in dem sich die gleichen Verschiebungen abspielen wie etwa im Verlags- und Publishingwesen, stellt die Luftfahrtbranche dar. Die Parallelen sind erstaunlich.

Hohe Kosten bei Zeitungshäusern und Traditions-Airlines
Fast ein Dutzend größere europäische Fluggesellschaften haben 2012 Konkurs angemeldet, darunter bekannte wie die spanische Spanair und die ungarische Malev. Diese Unternehmen, häufig vor vielen Jahrzehnten entstanden, sind das Äquivalent Continue reading “Erstaunliche Parallelen – Situation von Airlines und Presseverlagen” »

Der Nurflügler, das Projekt AC 20.30

In Hamburg, an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW),  an der Fakultät für Technik und Informatik wird unter anderem an Flugzeugen geforscht, deren Antrieb nicht mehr `Luft atmend´ stattfinden muss. Dabei geht es vorrangig um elektroangetriebene Flugzeuge,  an denen auch bei Boeing, beim Deutschen Institut für  Luft- und Raumfahrt, in China und Australien geforscht wird. 2001 entwickelte HAW-Professor für Ergonomie und Design Werner Granzeier gemeinsam mit seinem Team und der TU München einen flugtüchtigen Nurflügler im Maßstab 1:30, namens AC 20.30. Nurflügler, glauben Airbus und Boeing, seien mit ihrem tragenden Rumpf bis zu 25 Prozent wirtschaftlicher und effizienter.
Das Projekt `AC20.30´ , www.ac2030.de  ist ein studentisches Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein Nurflügelflugzeug, einen sogenannten  Blended Wing Body (BWB), zu entwickeln und dessen ökonomische als auch ökologische Vor- und Nachteile sowie Lösungen für dessen technologische Realisierung zu erforschen.

Inzwischen konnten mit dem `fliegenden Modell´ erfolgreiche Testflüge absolviert und Fortschritte erzielt werden. Nach dem Ruhestand von Professor Granzeier hat Professor für Meß- und Regelungstechnik  Dr.-Ing. Thomas Netzel  die Projektleitung übernommen,  studentischer Teamleiter ist Samir Kloer, sein Stellvertreter Robert Keller.
Genutzt wird das Modell im Moment, um die Flugzeugkonfiguration zu verifizieren, das  aerodynamische Verhalten bei verschiedenen Flugmanövern zu beobachten und darüber hinaus zu zeigen, dass eine derart ungewöhnliche Flugzeugform absolut – wenn nicht sogar besser als konventionelle Flugzeuge – flugfähig ist.
Außerdem will das Team fernsteuerbare Miniaturen des BWBs auf Basis und in der Größenordnung von Modellflugzeugen konstruieren, um daran Mitglieder auszubilden, die später den großen Versuchsträger steuern können sollen. Weiterhin ist angedacht, einen Mann-tragenden BWB zu entwickeln.
Große Unterstützung erfährt das Team derzeit seitens der Industrie.  Internationalen Austausch gibt es mit einem Team an der University of Sydney, das an einem ganz ähnlichen Projekt arbeitet. Daran, so Arne Gläß, Absolvent der HAW, der die vergangenen fünf Jahre studentischer Teamleiter der Forschungsgruppe war, lässt sich erkennen, dass es auch nach über zehn Jahren ein international ganz besonderer Forschungsgegenstand ist.

Fliegen für die Klimaforschung

Seit Dezember 2004 ist das fliegende Labor CARIBIC (Civil Aircraft for the Regular Investigation of the atmosphere Based on an Instrument Container) einmal pro Monat im Dienste der Wissenschaft unterwegs. Am 27. November ist es von seiner 80sten Reise an Bord des Lufthansa Airbus A340-600 ´Leverkusen´ zurückgekehrt. Diesmal aus Kuala Lumpur, eine Route, die die Forscher besonders interessiert, weil der Flug über die Tropen Daten aus der sogenannten `Waschküche´  der Atmosphäre liefert. Aus den dicht besiedelten Ballungsräumen Asiens gelangen nicht nur viele Spurengase in die Atmosphäre. Hier werden sie auch besonders schnell abgebaut und mit dem Regen ausgewaschen, da die hohen Temperaturen und die intensive Sonnenstrahlung, die zu starken Konvektionen in der Atmosphäre führen und die chemischen Abbauwege antreiben.
Der Container hat mittlerweile gut zwei Millionen Kilometer zurückgelegt. Über 50 verschiedene Gase und Partikelverbindungen werden im Reiseflug in acht bis zwölf Kilometern Höhe aufgezeichnet – in einer Atmosphärenschicht, die für die Wissenschaftler von besonderem Interesse ist, weil hier weder Satelliten noch bodengestützte Messungen klimarelevante Parameter in annähernd gleicher Auflösung erfassen können wie Messungen an Bord von Flugzeugen dies erlauben.
Zehn Forschungsinstitute aus fünf europäischen Ländern haben den Messcontainer gemeinsam entwickelt und ausgestattet. Ein spezielles Einlasssystem am Außenrumpf des Flugzeugs erlaubt es, mittels 20 verschiedener in den Container integrierter wissenschaftlicher Geräte, im Reiseflug in der umgebenden Luft Aerosole und Spurengase zu analysieren. Auch Proben können genommen werden. Der 1,5 Tonnen schwere Messcontainer bringt von jedem Flug auch 116 Luftproben mit, die über bestimmten Regionen genommen werden. Die Daten, die so gesammelt werden, helfen, eine sensible Region der Atmosphäre besser zu verstehen: die Grenzschicht zwischen Troposphäre und Stratosphäre. Die hier stattfindenden Prozesse sind äußerst komplex und beeinflussen die Strahlungsbilanz der Atmosphäre und damit auch das Erdklima.
Am EU-Forschungsprojekt CARIBIC, beteiligen sich unter Federführung des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie zwölf weitere wissenschaftliche Institutionen aus Europa sowie Lufthansa und Fraport. Jedem der monatlichen Messflüge geht eine rund vierwöchige Planungsphase voraus. Nach Absprache der Destination, die die Wissenschaftler aus dem Streckennetz der A340-600 frei wählen können, werden das Flugzeug sowie der nötige Frachtraum allokiert.