Eine Orchestrierung von coolen Technologien – Künstliche Intelligenz in der Reisebranche

maxresdefault
Watson gewinnt haushoch gegen die Rekordchampions/Foto: IBM

Schon mal was gehört von der Quizshow Jeopardy? Sie wurde 1964 in den USA ins Leben gerufen und ist seither in vielen Ländern erfolgreich. Die Kandidaten müssen schneller als ihre Mitspieler passende Antworten auf Fragen finden. Im Februar 2011 trat das von IBM entwickelte Computerprogramm ,Watson´ gegen die Rekordchampions Ken Jennings und Brad Rutter an. Watson gewann das dreitägige Turnier mit $77.147.

Im September 2016 startete in den USA der Science-Fiction-Film „Morgan“. Der Trailer dazu kommt von ,Watson´. Es ist der erste Trailer der Filmgeschichte, der durch einen Algorithmus entstanden ist.
Auch die Künstliche Intelligenz war Ende Januar Thema beim ,Travel Technology Symposium´ des Travel Industry Clubs. Wenn Watson Jeopardy und Filmtrailer schaffe, könne Watson auch für die Reisebranche hilfreich sein. Es gebe Millionen von Daten, aus denen Watson herausfiltern könnte, was die größte Aufmerksamkeit garantiert. Künstliche Intelligenz, so Ralph Behrens, beim Technologie-Unternehmen Accenture Deutschland zuständig für Artificial Intelligence, sei eine Orchestrierung von coolen Technologien. Man baue sie so zusammen, wie man sie gerade brauche. 

Das Verständnis von Texten und Inhalten sei dabei extrem wichtig, besonders wenn es um Chatbots, um textbasierte Dialogsysteme, gehe. Man stelle sich vor, es gebe einen Chatbot mit dem der Kunde redet, der nachfragt, weil er dessen Vorlieben kennt. Bei der Einführung einer Künstlichen Intelligenz-Anwendung wie Watson gehe es nicht mehr nur um reine Datenstrukturen, sondern darum, dem System beizubringen, womit es arbeiten soll. Watson müssten neben Daten aus Datenbanken auch Emails und entsprechende Internetseiten zur Verfügung gestellt werden, um es optimal zu unterstützen.

Es dauerte etwas, bis Watson auf Deutsch funktionierte

Bis Watson auf Deutsch funktionierte, so Behrens, habe es relativ lange gedauert, weil die deutsche Sprache komplexer sei, als etwa die englische, die als erste verfügbar war. Werden Watson Daten zur Verfügung gestellt, versuche es sofort Zusammenhänge zu finden. Das könne es aufgrund des Sprachverständnisses selbst, wisse aber nicht, was richtig und was falsch ist, komme aber mit sehr guten Hypothesen. Die Entscheidung, was mit der Antwort gemacht wird, liege dann bei demjenigen, der die Antwort entgegennimmt. Das zeigt, wie wichtig der Mensch nach wie vor ist. Die allerersten Projekte seien aus der Medizin gekommen. Man habe beispielsweise alle Informationen zu einer Krankheit in eine Watson-Anfrage gepackt und habe das System von Medizinern trainieren lassen. Derzeit entwickle Accenture Watson-Anwendungen im Bereich Touristik für Kunden Interaktionen zum Beispiel für Call Center. Es eigne sich auch hervorragend, um Wissenmanagement aufzubauen.

Johanna Wenninger-Muhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.