Golf Airlines locken Lufthansa-Piloten mit „Signing fees“ in Millionenhöhe

Foto: Lufthansa/Gregor Schläger
Foto: Lufthansa/Gregor Schläger

Die Konkurrenz lockt sie angeblich mit Wechselprämien in Millionenhöhe: die Piloten der traditionsreichen, größten deutschen Airline. Vor allem die Fluggesellschaften vom Golf und in Asien haben großen Pilotenbedarf. Dort werden in den kommenden 20 Jahren bis zu 40 000 Piloten gebraucht. Diesen Bedarf können diese nicht durch eigene Ausbildung decken.

Heiß begehrt sind dort auch  die Lufthansa-Piloten mit ihrer branchenweit anerkannten Ausbildung. Abwerbungssversuche könnten interessant werden. Denn es fließe angeblich reichlich Geld. „Signing fee“ heiße die Prämie, das weiß die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Bis zu einer Million Euro sei Lufthansa-Piloten geboten worden, dass sie sich für mindesten fünf Jahre für die Golfairline Emirates verpflichten. Emirates, eine der Hauptkonkurrenten der Lufthansa, bestätige das natürlich nicht. Aber die Fakten seien klar: Im laufenden Jahr erhält Emirates 37 neue Flugzeuge, 2017 ähnlich viele. Deswegen wolle sie 700 neue Piloten einstellen.

Weil Emirates nicht selbst ausbildet, muss sie sich Personal auf dem Weltmarkt besorgen. Copiloten gebe es genug, aber es fehlten Kapitäne die ausreichend Flugstunden absolviert haben müssen. Das gilt vor allem für den Airbus A380, den nicht so viele Airlines nutzen. Er aber ist das Hauptflugzeugmodell von Emirates. Flugkapitäne seien allerdings schwer zu einem Wechsel zu bewegen. Ihre Gehälter lägen bei bis zu 200 000 Euro pro Jahr. Deshalb müsse die Konkurrenz schon hohe Summen bieten, damit jemand zu einem Wechsel nach Dubai bereit sei. Auch soziale Rechte oder eine gute Altersversorgung böten die Golfairlines nicht. Sie lockt aber mit steuerfreien Gehältern, der Übernahme von Schul- und Kindergartenkosten und einer Villa mit Chauffeur. Bisher habe sich aber noch kaum ein Lufthansa-Pilot locken lassen.

Um den enormen Engpass zu beenden, beginnt Emirates Ende des Jahres mit der Ausbildung eigener Piloten in einer neu gegründeten Akademie. Dafür sucht sie Trainer, doch solche sind noch schwerer zu finden. Gerade für diese würden angeblich die hohen Abfindungen bezahlt.

Aber auch andere Airlines umwerben europäische Piloten. Qatar Airways stellt sich Ende September auf einer Roadshow in Düsseldorf vor. Sie ist bereit, den deutschen Piloten ihren Wohnsitz in Deutschland zu lassen, zahlten jedoch eine niedrigere „Signing fee“.

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