Lufthansa und Vereinigung Cockpit (VC): Gespräche ergebnislos abgebrochen

Foto: Lufthansa/Gregor Schläger
Foto: Lufthansa/Gregor Schläger

Im Tarifstreit bei der Lufthansa haben das Unternehmen und die Piloten- gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Gespräche ergebnislos abgebrochen. Flugreisende müssten derzeit aber keine Streiks befürchten, sagte ein VC-Sprecher  am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe sich um Vorgespräche und nicht um Tarifverhandlungen gehandelt. Die VC stehe zu ihrem Angebot, Lufthansa mit Zugeständnissen wettbewerbsfähig zu halten. Ein Sprecher der Fluggesellschaft machte deutlich, dass die Lufthansa zu weiteren Gesprächen bereit sei.

Beide Tarifpartner hätten sich „zuletzt in vielen Punkten angenähert, dann aber in einigen Fragen auch wieder voneinander entfernt“, sagte der Lufthansa-Sprecher. „Lufthansa ist auch weiterhin davon überzeugt, dass eine Einigung möglich ist, und wird alles daran setzen, die Gespräche mit der Vereinigung Cockpit wieder aufzunehmen.“

Kein Sinn mehr in weiteren Gesprächen zu erkennen?

In einem internen Schreiben der VC-Tarifkommission, das der dpa vorlag, hieß es allerdings, dass es keine weiteren Gespräche geben werde. Es habe „zunächst eine hoffnungsvolle Annäherung zwischen uns und dem Lufthansa Management“ gegeben. Jetzt sei aber festzuhalten, „dass wir keinen Sinn in weiteren Gesprächen mehr erkennen können. (…) Ob die Lufthansa Group erfolgreich sein wird, wenn jeder Bereich nur seine eigenen Interessen verfolgt und diese nicht zentral zusammengeführt werden, ist mehr als fraglich.“

Seit vielen Wochen hatten Cockpit und Lufthansa hinter verschlossenen Türen verhandelt. Es ging dabei um Themen wie die Übergangsversorgung der rund 5 400 Piloten bei Lufthansa, bei Lufthansa Cargo und bei Germanwings  im Konzerntarif-vertrag, um Gehälter und um die Sicherheit der Arbeitsplätze in Zeiten von Billigangeboten.

Vergütungstarifvertrag sei 2012 offen

Einer der Hauptstreitpunkte war die Übergangsversorgung der Flugzeugführer. Lufthansa wollte erreichen, dass die Piloten später als derzeit in den Vorruhestand gehen. Bislang war die Frührente mit 60 Prozent der Grundbezüge im Einzelfall bereits mit 55 Jahren möglich, wenn sämtliche neu eintretenden Vorruheständler zusammen einen Altersschnitt von 58 Jahren erreichten. Lufthansa hatte die entsprechenden Regeln zum Jahresende 2013 einseitig gekündigt. Daraufhin war der Konflikt eskaliert. Der Vergütungstarifvertrag ist inzwischen seit Frühjahr 2012 offen.

Lufthansa-Piloten hatten im Tarif-Konflikt bis in den vergangenen Spätsommer hinein 13 Mal zeitweise die Arbeit niedergelegt. Nach einem Urteil des Landes-arbeitsgerichts Hessen war am 9. September 2015 der vorerst letzte Pilotenstreik bei Lufthansa abgebrochen worden. Das Gericht urteilte, die Gewerkschaft habe mit ihrem Streik auch Ziele verfolgt, die bei Verhandlungen über Tarifverträge gar nicht erreicht werden könnten. Dabei ging es zum Beispiel um Kritik am das Lowcost-Konzept bei der Lufthansa-Tochter Eurowings.

Quellen: dpa-AFX

 

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