Boeing wird am 15. Juli hundert Jahre alt

P53-BI217196+450
Eine Boeing 247 über New York/Foto: Boeing

Die heutige Dimension von Boeing als größter Luftfahrtkonzern der USA mit 96 Milliarden US- Dollar Umsatz, zweitgrößter Rüstungskonzern Amerikas und seit 2012 wieder weltgrößter Flugzeugproduzent, war vor einem Jahrhundert, als in Seattle der Grundstein gelegt wurde, noch nicht zu erahnen.

Das US-amerikanische Unternehmen Boeing (The Boeing Company) ist einer der weltweit größten Hersteller von zivilen und militärischen Flugzeugen und Hubschrau- bern sowie von Militär- und Weltraumtechnik. Die Firmengeschichte reicht bis Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Der Grundstein für den Luftfahrtriesen wurde am 15. Juli 1916 von deutschen Auswanderern gelegt. Begonnen hatte es in einem Bootshaus in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Geplant war zunächst der Bau einer Yacht, doch dann entdeckte die Auswandererfamilie Böing aus Hagen-Hohnlimburg im Sauerland die Faszination des Fliegens. Heute erinnert eine Gedenktafel in Hagen-Hohenlimburg an Wilhelm Böing, geboren 1868, der mit seinem Sohn William Edward auswanderte. William gründete 1916 mit 100 000 Dollar Startkapital die Pacific Aero Products Company, die ein Jahr später in Boeing Airplane Company umbenannt wurde. Aus der ersten Idee für ein Wasserflugzeug aus Holz, Leinen und Draht, entwickelte sich ein Konzern, der im Jubiläumsjahr den Pioniergeist seiner deutschen Gründer lobt.

Gedenktafel für Wilhelm Böing in Hagen-Hohenlimburg

William Boeing hatte an der Yale University studiert und anschließend zunächst in der Holzverarbeitungsindustrie gearbeitet, wo er Kenntnisse über Holzstrukturen erwarb, die ihm für seine spätere Tätigkeit im Flugzeugbau nützlich sein würden. Im Jahr 1926 gründete das Unternehmen die Tochtergesellschaft Boeing Air Transport, die die Ausschreibung des United Postal Service für Postflüge zwischen Chicago und San Francisco gewann. Der Flugbetrieb wurde am 1. Juli 1927 mit Flugzeugen des Typs Boeing Model 40 auf dieser Strecke aufgenommen. Die Postflüge erwiesen sich als sehr lukrativ, wodurch Boeing Air Transport schnell expandieren und kleinere Postfluggesellschaften wie Varney Air Lines aufkaufen konnte. Ende der 1920er-Jahre schlossen sich Boeing Company, die Fluggesellschaft Boeing Air Transport und der Motorenhersteller Pratt&Whitney zur United Aircraft and Transport Company zusammen, welche im Jahr 1930 weitere Ausschreibungen für Postflüge gewann.

Besonders bekannt sind die Zivilflugzeuge von Boeing. Angefangen von der Boeing 707 Ende der 50er Jahre bis zum 787 Dreamliner blickt der Konzern auf rund 50 Jahre Erfahrung im Bau von großen Passagierjets. Weltweit waren und sind bei allen großen Airlines Boeing 707, 727, 737, 747, 757, 767, 777 und 787 im Einsatz. Die Flugzeuge bieten Platz für 100 bis 500 Passagiere. Spezielle Versionen der B747 haben bei einer engen Bestuhlung noch mehr Passagierkapazität.

Auch der Militärflugzeugbau hat bei Boeing eine lange Tradition. Die Standorte des Unternehmens sind über die ganze Welt verstreut. Dazu kommen zahlreiche Zulieferer und Kooperationspartner. Die Zentrale der Flugzeugferitgung ist in der Region um Seattle im US-Bundesstaat Washington. Hier liegen die Werkshallen für die Montage der Single Aisle und Widebody Flugzeuge. Besonders eindrucksvoll ist die Montage der riesigen 747 in Everett nördlich von Seattle.

Bis heute ist Lufthansa wichtiger Schlüsselkunde für Boeing

Die enge Verbindung von Boeing zu Deutschland ist nie abgerissen.1934 wurde das erste von zwei Boeing 247 Flugzeugen nach Hamburg an den Vorläufer der heuti- gen Lufthansa ausgeliefert. Es war der erste Export eines Boeing-Modells nach Europa. Bis zum heutigen Tag ist Lufthansa einer der wichtigsten Schlüsselkunden der Amerikaner. Sie stellte zum Beispiel 1968 als erster Kunde das 737-Modell in Dienst – inzwischen das meistverkaufte Modell des US-Konzerns. Lufthansa war 1970 auch der europäische Erstkunde für den 747 Jumbo Jet, damals das weltgrößte Passagierflugzeug.

Der zweite Weltkrieg bescherte Boeing Massenaufträge für Bomber. Das Modell B-17 Flying Fortress, zu deutsch Fliegende Festung, wurde mit fast 13 000 Exemplaren der bekannteste Bomber des Krieges. Mit dem Beginn des Kalten Krieges konnte Boeing seine starke Stellung in der Rüstung weiter festigen. Von 1948 bis 1956 wurden über 2000 große Bomber B-47 gefertigt und von 1952 bis 1962 die Boeing B-52 Stratofortress, ein achtstrahliger Langstreckenbomber, der ständig modernisiert und noch heute genutzt wird.

Nach dem zweiten Weltkrieg baute Boeing auch sein Zivilgeschäft aus und wuchs durch Übernahmen. Zum Beispiel 1997 durch den Zusammenschluss mit dem US-Rüstungskonzern McDonell Douglas. Verbunden war das mit der großen Hoffnung,  den Ton im Rüstungsgeschäft angeben zu können. Außerdem wurde  Boeing zum einzigen US-Hersteller von größeren Passagierflugzeugen, weil sich der US-Konkurrent Lockheed nach dem Misserfolg mit der Lion TriStar aus der Zivilsparte verabschiedete und McDonnell Douglas von Boeing geschluckt wurde.

http://www.klassiker-der-luftfahrt.de/luftfahrtmuseum/100-jahre-boeing-fruehjahrsputz-in-seattle/674656

Auch Airbus gratuliert zum Geburtstag:

http://www.usatoday.com/story/travel/flights/todayinthesky/2016/07/13/what-airbus-has-say-boeings-100th-anniversary/87042608/

Quellen: Boeing, Wikipedia, Flugrevue, USA Today

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.