Was sind Freak Companies?

Google

Eine neue Gattung von Unternehmen tritt auf den Plan: Sie brechen die Business-Regeln und stellen das klassische Selbstverständnis von Wirtschaftsun-ternehmen auf den Kopf: Die Freak Companies – Unternehmen wie Google, Amazon oder Apple.

Sie agieren branchenübergreifend, investieren in viele unterschiedliche Kleinprojekte, zeichnen sich nicht durch zielstrebigen Gewinnzuwachs aus – und sind dennoch erfolgreich.
Das Zukunftsinstitut bezeichnet sie als „Freak Companies“. Werden diese Firmen die Wirtschaftskultur der Zukunft prägen? Ob Automobilindustrie, Raumfahrt oder grüne Energie: Freak Companies seien in vielen unterschiedlichen Branchen gleichzeitig aktiv. Sie agierten auf breiter Basis, statt sich nur auf die lineare Weiterentwicklung eines bestimmten Branchenprodukts zu konzentrieren. Damit gewännen sie Macht und Einfluss. Und zwar nicht nur branchenintern, sondern gesamtgesellschaftlich. Das mache ihren Erfolg nicht nur zu einem rein materiellen, sondern vor allem zu einem psychologischen.
Freak Companies zeigten mit ihren Investitionen in eine Vielzahl von Kleinprojekten eine neue Fehlerkultur: Experimente sind ausdrücklich erlaubt. Auch wenn Google 2008 nicht sein Gesundheitstracking-Portal „Google Health“ etablieren konnte, so werde es doch vielleicht bald ganz Kalifornien mit Solarenergie versorgen. Sicher seit: Wer viel ausprobiert, erweitert seinen Horizont und erhöht seine Chancen auf eine echte Innovation.

Apple CEO Steve Jobs introduces the new mini iPod in San Francisco in 2004
Steve Jobs, Mitgründer und langjähriger CEO von Apple Inc.

Investitionen in eine Vielzahl von unterschiedlichen Projekte wirken ziellos, ja irrational, vor allem aber unwirtschaftlich. Auch wenn ihr Umsatz oft hoch ist, ist es der Gewinn von Freak Companies nicht unbedingt.

Nicht profit- sondern zukunftsorientiert

Wer jedoch nicht primär auf Gewinn ausgerichtet sei, habe einen offeneren Blick für potentielle Zukunftsthemen und könne diese rechtzeitig besetzen. Freak Companies seien auf Zukunft hin strukturiert und nicht an den Produkten und Ideen der Vergangenheit orientiert.
Charismatische Führungsfiguren wie Steve Jobs, Elon Musk und Oliver Samwer zeichnen Freak Companies aus. Ein absolutistisch anmutender Führungsstil widerspricht dem klischeehaften Bild flacher Hierarchien als Innovationsmotoren. Für Freak Companies bedeute es Freiheit und Willkür zugleich. Eine produktive Synthese daraus sei das Erfolgsrezept dieser neuen Unternehmens-Gattung.

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