Tim Clark macht Weinauswahl zur Chefsache

Emirates A380 Onboard-Lounge_low res_Credit EmiratesAn Bord möchten Fluggäste einen Wein so genießen, als wären sie in einem feinen Restaurant, ist Emirates-Chef Tim Clark sich sicher.  Er beschäftigt ein eigenes Team von Weinexperten, das mit exklusiven Châteaus und Weingütern zusam-menarbeitet. Passagiere wollten nicht einfach nur Rosé, Rot- oder Weißwein, sondern interessierten sich für die Rebsorte, den Jahrgang oder die Geschichte des Weinguts. Aus diesem Grund habe er vor mehr als zehn Jahren beschlossen, die Weinauswahl selbst in die Hand zu nehmen.

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Emirates-Chef Tim Clark

Laut Clark hätte Emirates auch den einfachen Weg wählen können und einfach berechnen, wie viele Flaschen pro Jahr für jede Flugklasse benötigt werden und das aus- schreiben. Wegen der großen Menge würde man sich dabei in der Auswahl jedoch sehr einschränken. Denn nicht viele Weinproduzenten könnten die Menge mit den gewünschten Qualitätsstandards bereitstellen. Aus diesem Grund kaufe man Top-Weine in kleineren Mengen. Das biete mehr Möglichkeiten, die besten Jahrgänge zu probieren,  auch wenn es aufwändige Logistikabläufe, Menüanpassungen und Schulungen für das Kabinen-personal mit sich bringe. Um die besten Jahrgänge zu sichern, würden die Weine oftmals „en primeur“ gekauft – noch bevor sie überhaupt abgefüllt und auf den Markt gebracht werden. Emirates lagert momentan über 1,2 Millionen Weinflaschen zum Reifen in Burgund in Frankreich, von denen einige Jahrgänge erst in zehn Jahren zum Verzehr bereit sind. Langfristig betrachtet würden Wein und Champagner immer ein wichtiger Bestandteil des Bordproduktes sein. Der Weineinkauf, so Clark, sei schlicht Teil des Planungsprozesses. Man wisse auf welchen Routen die Flugzeuge eingesetzt würden, welche Weine in welcher Klasse auf einer bestimmten Strecke in vier Jahren servieren werden.
Die Hälfte der im Weinkeller von Emirates gelagerten Sorten stammen aus der franzö-sischen Region Bordeaux sowie von französischen Weingütern wie Château Lafite, Château Margaux, Château Latour, Château Haut-Brion und Château Mouton-Rothschild. Emirates habe zudem festgelegte Wein-Auswahlkriterien. Dazu zähle neben Qualität auch das Zusammenspiel mit dem an Bord servierten Essen und die Tatsache, dass sich der Wein in 10.000 Metern Höhe geschmacklich anders verhält.
Neben französischen Weinen gibt es auch deutsche Jahrgänge an Bord von Emirates, darunter Riesling-Sorten und Spätburgunder. Von Januar 2012 bis Oktober 2014 seien in der First Class an die 3 000 Flaschen deutscher Weißwein und nahezu 800 Flaschen deutscher Rotwein serviert worden. In der Business Class wurden 30.695 Flaschen deutscher Weißwein getrunken.
Für Emirates-First-Class-Passagiere im Dezember auf A380-Flügen nach San Francisco und Houston Dom Perignon 2003 Rosé serviert. Aufgrund von extremen Witterungs-verhältnissen war die Herstellung des 2003er Jahrgangs eine besondere Herausforderung. Nach einem kalten und trockenen Winter hatte starker Frost die Traubenernte verwüstet. Darauf folgte der heißeste Sommer seit 53 Jahren. Die Trauben, die Frost und Hagel wie durch ein Wunder überlebten, waren nun der Hitze ausgesetzt. Dennoch waren die geernteten Trauben reif, wohlbehalten und vergleichbar zu denen der legendären Ernten der Jahrgänge 1947, 1959 und 1976.
Emirates habe bislang über 500 Millionen US-Dollar in ihr Weinangebot investiert, wird aus Dubai berichtet.

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