Zwist um Zuständigkeiten des `Schnüffelhundeprojekts´

Pressekonferenz Flughafen-Zoll in Frankfurt am MainAb 29. April sollten so genannte ´Sprengstoffhunde´ in Fracht-hallen und auf deutschen Flughäfen schnüffeln, um in Sendungen versteckte Bomben aufzuspüren. Ab diesem Tag greifen verschärfte Sicherheits-bestimmungen für die Luftfracht-industrie, die angesichts begrenzter mechanischer Kontrollmöglichkeiten zu Staus von Frachtsendungen führen könnten.

Fluggesellschaften, Speditionen und Bodenabfertiger bauten auf die termingerechte Zulassung von Hunden und deren Hundeführer, als weitere Option ihrer Sicherheits-architektur. Die fristgerechte Zulassung der `Schüfflerteams´, bestehend aus Spezialhunden und  Haltern  hatte Jörg Mendel,  Präsident des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) in Braunschweig, der Lufthansa Cargo kürzlich verbindlich zugesichert. Ob Mendel  Wort halten kann, ist inzwischen fraglich, denn  zwischen dem LBA und der Bundespolizei gibt es einen Streit um Planstellen und um die Oberhoheit über das `Schnüffelhundeprojekt´. Beide Seiten reklamieren die Zuständigkeiten für sich. Letztlich ist es ein Zwist zwischen verschiedenen Ministerien, mit dem Hundeprogramm für die Luftfracht als möglichem Leidtragenden. So gibt es Spürhunde derzeit nur bei der Bundespolizei und dem Zoll, die dabei allerdings auch auf externe Dienstleister zurückgreifen können. Die zuständigen Beamten lassen durch die Teams aus Hunden und Hundehaltern die Koffer und Gepäckstücke von Passagieren auf Drogen oder Sprengstoffinhalte kontrollieren.

Was die Luftfracht angeht, reklamiert das zum Berliner Verkehrsministerium gehörende LBA jedoch die Kompetenz für das Ausbildungsprogramm und die amtliche Zulassung der Hund-Hundeführer-Teams. Aus diesem Grunde pocht es auf die dafür notwendigen Stellen. Diese sind derzeit aber der Bundespolizei zugeordnet, müssten also an das LBA übertragen werden, mit der entsprechenden Querversetzung der Beamten. Dies lehnt nach Informationen des Branchenportals `CargoForwarder´ die Bundespolizei bislang  kategorisch ab.
Lufthansa Cargo-Unternehmenssprecher Matthias Eberle  nannte den Einsatz von Sprengstoff-Detektionshunden zur Sicherung von Luftfracht eine wichtige Option im Verbund mit Röntgenkontrollen und anderen Maßnahmen. Um Staus von Sendungen ab dem 29. April speziell auf dem Frankfurter Flughafen zu vermeiden, seien diese unverzichtbar. Er erinnerte daran, dass in Großbritannien, den Niederlanden oder Frankreich die Spürhunde längst für die Sicherheitsüberprüfung von Luftfracht zugelassen worden seien. Richtung LBA sagte er, dass sich sein Unternehmen auf die verbindliche Zusage von Behördenchef Mendel in Sachen termingerechter Einsatz der Sprengstoffhunde verlasse.

Quelle: CargoForwarder/Foto: dpa

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