Der Womanomic-Trend

Deutschland müsse keine Position mehr entwickeln für oder gegen Frauen und Erwerbstätigkeit. Ein Land mit einer Mehrheit von Hochgebildeten weiblichen Geschlechts habe volkswirtschaftlich gar keine Alternative, als dieses Potenzial zu nutzen. „Länder mit hohem Gleichstellungsfaktor sind wirtschaftlich wettbewerbsfähiger und vergrößern ihren Nachwuchstalentepool erheblich, wenn sie Frauen Zugang zu höheren Karrieren verschaffen“. So zu lesen im ´Trend Update´des Zukunftsinstituts von Matthias Horx.

Er  und sein Autorenteam  stellen den Trend der zunehmenden „Feminisierung der Gesellschaft“ vor und zeigen auf, welche Folgen die Eroberung der Frauen auf männliche Bastionen hat und was sich dadurch für Gesellschaft und Wirtschaft ändert.
Matthias Horx´s  Zukunftsinstitut in Kelkheim im Taunus arbeitet derzeit an 11 Megatrends. Sie haben weitreichende Wirkung in alle gesellschaftliche Bereiche. Neben den Trends Individualisierung, Silver Society, Neues Lernen, New Work, Gesundheit, Neo Ökologie,  Konnektivität, Globalisierung, Urbanisierung und Mobilität ist einer dieser Megatrends `Female Shift´, die Feminisierung der Gesellschaft.
Über die Hälfte der Universitäts-Absolventen in Deutschland sind Frauen, aber nur die wenigsten machen die ganz große Karriere. Frauen werden durchschnittlich immer noch schlechter bezahlt als Männer, was größtenteils auf ihre Berufswahl und die Art ihrer Erwerbstätigkeit zurückzuführen ist. Der Großteil der Frauen arbeitet in Teilzeit und versucht, den Spagat zwischen Kind und Karriere zu meistern. Besonders hart trifft es nach wie vor Alleinerziehende sowie Frauen, die arbeitslos werden.

Trotz eines allmählichen Umdenkens in den Unternehmen und dem Loslösen von altem  Hierarchiedenken ist es für Frauen so gut wie unmöglich, allem gerecht zu werden. Frauen verlangten sich immer noch zu viel ab, sie könnten nicht gleichzeitig im Beruf brillieren, den perfekten Haushalt führen, die Mama sein, die 24 Stunden auf Abruf steht, und gleichzeitig liebevolle Ehefrau und femme fatale in einem sein.  Meg Whitmann, CEO von Hewlett Packard, rät ihren Geschlechtsgenossinnen daher: „Finden Sie heraus, was wichtig ist, worin Sie richtig gut sind und was Sie loslassen können. Und dann lassen Sie los.“

Frauen werden ehrgeiziger, Männer familiärer
Eines stehe fest: die meisten Frauen möchten sich nicht zwischen Familie und beruflichem Erfolg entscheiden müssen. Sie wünschten sich mehr Unterstützung von Staat, Unternehmen und ihren Partnern. Dazu bedürfe es aber einer Umorganisation und eines Umdenkens aller Institutionen. Angefangen in der eigenen Ehe oder Partnerschaft, über  Kindergärten und Schulen bis hin zu den Unternehmen. Gebraucht würden klügere Serviceangebote für Eltern und Hilfe im Alltag, um  mehr Zeit für sich selbst oder auch mal ein paar gemeinsame Stunden zu haben. Zu beobachten sei, dass Frauen ehrgeiziger werden und Männer  familiärer.  Im Berufsleben brauche es neue Regeln, um neue Balancen herzustellen.
Wirtschaftlich bedeute der Faktor Frau einen Zugewinn. So belegten Studien, dass ein höherer Frauenanteil in den Chef-Etagen langfristig den Geschäftserfolg erhöht. Frauen im Vorstand beflügelten die Börsenkurse. Laut einer Studie der Credit Suisse zeige sich, dass Frauen für bessere Renditen sorgen. Die Aktien stiegen, wenn mindestens eine Frau in der obersten Führungsetage, im Vorstand oder Aufsichtsrat sitze.

Poleposition im `War of talents´
Frauen gingen weniger Risiken als Männer ein, so dass Unternehmen weniger in Notlagen gerieten. Die Diskussion unter dem Schlagwort „Gender Diversity“ markiere den Shift von einer Gerechtigkeitsdiskussion hin zu einer Profitabilitäts-Diskussion, wenn es um die Integration von Frauen in die Wirtschaft gehe. Fakt sei, dass Frauen andere Zugänge zu Themen haben als Männer und folgerichtig Kunden, Märkte, ihr gesamtes Umfeld anders bewerten und andere Strategien entwickeln. Beide Welten, die der Männer und Frauen, bildeten zusammen eine Welt , die weniger anfällig für Krisen sei.  Gemischte Teams seien kreativer und produktiver. Dieses drücke sich gesamtwirtschaftlich in besseren Bilanzen aus, im besseren Image von Unternehmen und im allgemeinen Unternehmensklima. Langfristig hätten Unternehmen, die auf den ´Womanomics-Trend´ setzten, eine Pole Position im „War for Talents“. Sie wären attraktivere Arbeitgeber für junge Frauen und Männer, die sich immer weniger für Dienstwagen und ein exorbitantes Gehalt und immer mehr für ein angenehmes Umfeld, eine sinnvolle Tätigkeit und eine vernünftige Work-Life-Balance interessierten.

 

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